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Besonderer Chor singt für Flüchtlinge aus der Ukraine

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Von: Norman Reuter

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Sänger Volker Hinrichs, Anke Trzaska, Mathias Wegener, Stephi Eggerstedt und Dagmar Kothe fanden in der Krise den Weg zueinander. Am Sonntag, 20. März, werden sie bei einem Benefizkonzert zugunsten von Flüchtlingen aus der Ukraine Lieder wie „Ich glaube“ von Udo Jürgens anstimmen.
Sänger Volker Hinrichs, Anke Trzaska, Mathias Wegener, Stephi Eggerstedt und Dagmar Kothe fanden in der Krise den Weg zueinander. Am Sonntag, 20. März, werden sie bei einem Benefizkonzert zugunsten von Flüchtlingen aus der Ukraine Lieder wie „Ich glaube“ von Udo Jürgens anstimmen. © Reuter

Sänger aus dem Landkreis Uelzen haben zu Beginn der Pandemie den Weg zu einander gefunden. Mit ihren Stimmen „füllen“ sie Woche für Woche die Kirchen im Landkreis mit Gesang. Am Sonntag, 20. März, werden sie aus einem besonderen Anlass in Oldenstadt zu hören sein: Dort singen sie zugunsten der Menschen aus der Ukraine.

Uelzen/Landkreis – Als das Coronavirus seinen Weg in den Landkreis fand, wurde es still in den Kirchen zwischen Bienenbüttel und Langenbrügge: Als Schutz vor einer Ansteckung war den Gottesdienst-Teilnehmern, die über Aerosole den Krankheitserreger hätten weitertragen können, das Singen vorerst nicht mehr erlaubt. Für einen besonderen Chor war das seine Geburtsstunde. Sein Name – wie treffend: Cantar Corona.

Um Mathias Wegener, der seit vielen Jahren bereits Chöre im Landkreis leitet, versammelten sich Sänger wie Volker Hinrichs, Dagmar Kothe, Anke Trzaska und Kathrin Herkt. „Wenn schon nicht die Gemeinde singen kann, dann könnten doch vielleicht Solisten ihr etwas vortragen“, berichtet Wegener davon, wie es zum Projektchor kam.

„Erst waren wir vier, dann fünf“, schildert Wegener. Heute zählt der Chor 14 Mitglieder und ist wöchentlich bei Gottesdiensten im Landkreis zu hören. Und das nicht nur mit Stücken aus dem evangelischen Gesangbuch.
Ein Beispiel: „Stand by me“ von Ben King. Der Projektchor präsentiert das Stück so, wie es bei der Hochzeit der britischen Royals Harry und Meghan zu hören war, verrät Mathias Wegener.

In der kleinen Besetzung zählt im Chor jede Stimme. Volker Hinrichs besetzt den Bass. Er ist gerne dabei. Hinrichs nutzt den von Wolf Biermann geprägten Begriff des „Seelenbrots“, um zu beschreiben, was ihm die regelmäßigen Auftritte und das Singen im Projektchor bedeutet. Hinrich sagt: „Da nimmst du was mit.“

Der Name des Chores ist ein spontanes „Produkt“, wie Mathias Wegener berichtet. 2015 gründete er schon einmal einen Projektchor, der dem Namen Cantar trug. Als Wegener dann bei einem der ersten Auftritte des neuen, in der Pandemie entstandenen Ensembles vom Pastor gefragt wird, wie denn dieser Projektchor heiße, antwortet er aus dem Bauch heraus: Cantar Corona.

Es ließe sich auch sagen: Es sind die Stimmen der Krise. Oder besser gesagt: der Krisen. Corona ist noch nicht ausgestanden, da greift Russland Ende Februar die Ukraine an. Seitdem sind Menschen auf der Flucht. Für sie und im Land zurückgebliebene singt der Chor am Sonntag, 20. März, bei einem Benefizkonzert in der Oldenstädter Kirche (siehe zum Thema).

15, 16 Titel werden dargeboten, darunter auch jener mit Zeilen, die in diesen Tagen so viel Bedeutung haben: „Ich glaube, diese Welt müsste groß genug, weit genug, reich genug für uns alle sein.“ Und: „Ich glaube, dass man die erst fragen müsste, mit deren Blut und Geld man Kriege führt. Ich glaube, dass man nichts mehr von Kriegen wüsste, wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt.“ Udo Jürgens hat „Ich glaube“ geschrieben. Hinrichs wird den Part von Jürgens übernehmen. „Das Stück ist 51 Jahre alt und doch leider aktuell“, sagt er.

Benefizkonzert am Sonntag, 20. März

Der Chor „Cantar Corona“ unter der Leitung von Mathias Wegener wird am Sonntag, 20. März, ein Benefizkonzert in der Klosterkirche von Oldenstadt bestreiten. Beginn ist um 19 Uhr. Die Erlöse sind für Flüchtlinge aus der Ukraine bestimmt. Das Leid der Menschen habe für große Bestürzung gesorgt. „Wir möchten helfen und nicht tatenlos zusehen“, sagt Frank-Peter Schultz, Pastor der Kirchengemeinde Oldenstadt-Groß Liedern.

In Oldenstadt sind derzeit auch ukrainische Flüchtlinge untergebracht – 22 Kinder und 17 Erwachsene leben im Bettenhaus auf dem Gelände des historischen Zentrums. Das THW, die Musikschule, die Gemeinde und Ortsbewohner bringen sich bei der Betreuung ein. Wie Schultz berichtet, werden aus diesem Kreis der Flüchtlinge auch Menschen bei dem Benefizkonzert zu Wort kommen.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Vor Ort gelten die aktuellen Bestimmungen des Landes zur Corona-Pandemie.

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