Corona-Vorgaben haben Einfluss auf das Geschehen

Besonderer Blick auf Gästeboote am Yachthafen in Groß Liedern

Hafenmeister Helmut Oetzmann hat sich auf seiner „Kassandra“ häuslich niedergelassen. Gastlieger bekommen Plätze von ihm zugewiesen.
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Hafenmeister Helmut Oetzmann hat sich auf seiner „Kassandra“ häuslich niedergelassen. Gastlieger bekommen Plätze von ihm zugewiesen.

Uelzen-Groß Liedern – Die „Kassandra“ liegt vertäut am Steg. Eine Ausfahrt ist an diesem Tag nicht mehr geplant. Das gut elf Tonnen schwere Sportboot bleibt im Hafen. Helmut Oetzmann ist dennoch an Deck. Das hat Gründe.

Er ist nicht nur Inhaber der „Kassandra“, er ist auch Hafenmeister für den Yachthafen in Groß Liedern.

In diesem Jahr hat er besonderes Augenmerk auf das Geschehen im Hafen zu legen. Die Corona-Krise und ihre Auflagen haben auch Einfluss auf den Yachtclub und den kleinen Hafen im Uelzener Ortsteil.

Beim ersten Blick auf das Hafengelände wirkt es wie stets in den Sommermonaten. Sportboote liegen im Hafenbecken. Tanja Christensen, Vorsitzende des Yachtclubs, erklärt im Gespräch mit der AZ, es sei im April möglich gewesen, die Boote ins Wasser zu lassen, die während des Winters unweit des Hafenbeckens an Land auf dem Trockenen lagen. Dazu habe es die rechtlichen Voraussetzungen gegeben.

Christensen berichtet aber schon von einer gewissen Zurückhaltung und Verunsicherung der Bootsbesitzer und Clubmitglieder, was den Saisonstart betrifft – bedingt durch die Corona-Krise. Dazu muss man wissen: Bootsbesitzer sind mitunter schon älter, zählen damit zu Risikogruppen. Das traditionelle Anfahren zum Saisonstart hat es 2020 nicht gegeben. „Wir haben alle Veranstaltungen abgesagt“, erklärt Tanja Christensen.

Klar ist, die erlassenen Kontaktbeschränkungen gelten auch für den Hafenbereich. Heißt: Der Bootseigner darf maximal mit Personen aus einem weiteren Haushalt an Bord sein. Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten.

Der Hafen ist so angelegt, dass er nicht nur Yachtclubmitgliedern mit ihren Booten Platz bietet, sondern auch von Gästebooten angesteuert werden kann. In diesem Jahr gelten durch die Pandemie auch dafür Regelungen. Nicht alle Plätze dürfen derzeit belegt werden.

Normalerweise erkennen Gastlieger an roten und grünen Markierungen am Steg, welche Plätze genutzt oder nicht genutzt werden können. „Wir haben aktuell alle auf Rot gestellt“, sagt Helmut Oetzmann. Wer einen Platz haben wolle, der müsse mit ihm über das Handy Kontakt aufnehmen. Eine Liegestelle werde dann zugewiesen. Gegebenenfalls komme es auch zu einer Absage.

Oetzmann hat sich derzeit auf seiner „Kassandra“ häuslich niedergelassen, übernachtet auch auf seinem Boot. Er ist ein großer Wassersportfreund und berichtet, dass er durch das leichte Bootsschaukeln richtig gut schlafen könne. Der Vorteil ist auch: Oetzmann ist jetzt nahezu täglich am Hafen anzutreffen.

Die Nachfrage von Gastliegern ist nach Auskunft von Oetzmann aber aktuell überschaubar. „Wir haben zwei oder drei Gastlieger am Tag“, erzählt Oetzmann. Das sei weniger als in anderen Jahren zu dieser Zeit. Die Boote seien andernorts durch die Corona-Vorgaben erst später oder vielleicht auch noch gar nicht ins Wasser gelassen worden. Damit gebe es auch weniger Durchreisende.

Mitglieder des hiesigen Yachtclubs haben sich ihrerseits mit Booten schon auf den Weg gemacht. Tanja Christensen macht gerade Urlaub auf ihrem Gefährt. Sie sagt: „Das ist wie eine selbstdosierte Quarantäne.“

VON NORMAN REUTER

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