„Wir weiten den Blick“

Besondere Plätze in Uelzen: Ideen-Wettbewerb findet Zuspruch in der Politik

Noch arbeitet die Kreisverwaltung an der Veerßer Straße. Sie will aber 2022 umziehen, dann fällt dort das Kreishaus leer. Was wird aus dem Areal?
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Noch arbeitet die Kreisverwaltung an der Veerßer Straße. Sie will aber 2022 umziehen, dann fällt dort das Kreishaus leer. Was wird aus dem Areal?

Uelzen – Es sind drei „Sahnegrundstücke“, wie Bürgermeister Jürgen Markwardt sie nennt: das Kreishausgelände, die unbefestigte Wiese am Herzogenplatz und das Areal am Ratsteich in Uelzen.

Der jetzt unterbreitete Vorschlag, mithilfe eines Wettbewerbes im kommenden Jahr Ideen für diese besonderen Plätze entwickeln zu lassen (AZ berichtete), findet in den Reihen der Uelzener Ratsmitglieder durchaus Zuspruch, wie jetzt im Ausschuss für Zukunftsplanung deutlich wurde. Der Fraktion „WIR für Uelzen“ geht der Wettbewerb aber zu weit.

Im Ausschuss ist es Karsten Scheele-Krogull, der noch einmal erläutert, weshalb ein solcher Wettbewerb sinnvoll ist. „Wir sagen, wir möchten vielfältige Lösungsvorschläge für die Areale“, so der Uelzener Stadtbaurat. Dabei soll auch nicht von vornherein festgelegt sein, dass es in jedem Fall zu einer Bebauung der Flächen kommen soll.

In einer ersten Stufe wird mithilfe eines beauftragten Büros der Wettbewerb angeschoben. Entwickler unterbreiten dann ihre Vorschläge, ein Preisgericht wählt aus diesen die besten aus, so das angedachte Prozedere. Bereits in dieser Stufe sollen auch die Uelzener eingebunden werden, betont Michael Kopske von der Planungsabteilung der Stadt. In einer zweiten Stufe ist dann vorgesehen, tatsächlich auch Investoren für die Projekte zu gewinnen.

Am Ratsteich befinden sich ein Parkplatz und Wiesenflächen. Auch dazu sollen Ideen gesammelt werden.

Den Wettbewerb will sich die Stadt durchaus Geld kosten lassen. Für die beide Stufen sind insgesamt 250 000 Euro veranschlagt, mit denen unter anderem Preisgelder, die Ausgaben für die Jury und das Büro, das den Prozess begleitet, finanziert werden sollen.

Die Uelzenerin Ingetraud Schmäcke will in der Einwohnerfragestunde wissen, ob die Verwaltung kein geeignetes Personal hat, um selbst einen solchen Wettbewerb zu organisieren. Karsten Scheele-Krogull entgegnet, dass man zwar personell gut ausgestattet sei, aber für solche Projekte die Kapazitäten fehlten. „Wir brauchen ein qualifiziertes Büro.“

Die Fraktion „WIR für Uelzen“ findet, dass mit dem Wettbewerb der zweite Schritt vor dem ersten gegangen wird. In einem Antrag erklärt sie, dass die zurzeit noch laufenden Untersuchungen zur Stadtentwicklung (ISEK) und zur Mobilität erst einmal „stringent“ zu Ende geführt werden sollten.

Markus Hannemann (CDU) begrüßt indes den Wettbewerb: „Ich finde es gut, dass wir uns Expertise von außen holen und nicht im eigenen Saft schmoren.“ Ähnlich äußert sich das beratende Mitglied Rainer Schimmel: „Wir weiten den Blick, kriegen Ideen von außen.“ Und Ralf Munstermann (UWG) meint: „Endlich haben wir mal die Chance, uns von Profis begleiten zu lassen.“ Uwe Holst sagt derweil, es gebe bereits viele Konzepte für die Stadt in der Schublade. „Vielleicht laufen wir nun weniger Gefahr, dass wieder Konzepte in der Schublade landen.“

Silja Eichmann-Bartels (CDU) blickt noch mal auf die Kosten für den Wettbewerb. „Jetzt nehmen wir Geld in die Hand“, sagt sie und erinnert daran, dass es mit dem Ilmenau-See schon ein „wunderschönes Konzept“ zumindest für den Herzogenplatz gegeben habe. Sie sage dem Verein dafür danke. Er löst sich, wie berichtet, auf.

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