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Beschluss des Kreistages: Kreisverkehr an der L 270 soll 2022 gebaut werden

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Von: Norman Reuter

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Der Unfallschwerpunkt Esterholzer Kreuz
Kaum ein Jahr vergeht, in dem es nicht zumindest einmal am Esterholzer Kreuz zu einem Unfall kommt. Im März dieses Jahres ereigneten sich dort binnen weniger Tage gleich zwei Kollisionen. Die Stelle gilt als Unfallschwerpunkt. © Schossadowski, Bernd

Solche Szenen wie im März dieses Jahres soll es nicht mehr geben: Binnen weniger Tage war es am Esterholzer Kreuz zu zwei Kollisionen von Fahrzeugen gekommen – die Liste der Unfälle an dieser Stelle wuchs damit noch einmal an. Im neuen Jahr soll nun an der Kreuzung von L 270 und K17 zwischen Uelzen und Wieren ein Kreisverkehr entstehen.

Uelzen/Esterholz - Den Bau anschieben soll der Landkreis Uelzen, der eigentlich originär dafür gar nicht zuständig ist, aber vom Kreistag nun damit betraut wurde. Die Entscheidung fiel am Dienstag mit breiter Mehrheit und allen Herausforderungen zum Trotz. Denn die Kreisverwaltung hatte zuvor schon deutlich gemacht: Die personellen Kapazitäten, um zusätzlich zu ihren eigentlichen Bauvorhaben ein solches Projekt umzusetzen, habe sie nicht.

Damit steckt sie in der gleichen Situation wie die eigentlich für die Kreuzung zuständige Landesstraßenbaubehörde, weswegen sich auch trotz jährlich neuer Unfälle zunächst nichts bewegte und der Landkreis auch schon die Entwurfsplanungen für den Kreisverkehr übernommen hatte (AZ berichtete). Jetzt wird er auch für den zeitnahen Bau einspringen.

Den Antrag dazu hatte die Mehrheitsgruppe aus CDU, UWG und FDP gestellt. Im Kreistag in der Stadthalle fand der Gruppenvorsitzende Hans-Heinrich Weichsel deutliche Worte: „Es geht um Leben und Tod.“ Andere Fraktionen im Kreistag trugen die Entscheidung mit, äußerten aber auch Befürchtungen, was womöglich die Folgen sind, wenn Personal für diesen Kreisverkehr gebunden wird. Jan Henner Putzier, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Wir stehen für Verkehrssicherheit. Aber es muss auch klar kommuniziert werden: Kommt es zu Verschiebungen von Projekten, entstehen dort womöglich andere Risiken.“

Nicht nachvollziehen kann Putzier, warum das Land nicht schon längst wegen der Gefahrenstelle reagiert habe. „Es ist zu fragen, ob die richtigen Prioritäten beim Land gesetzt wurden“, so der Sozialdemokrat.

Aus der SPD kam auch die einzige Gegenstimme bei der Entscheidung. Sozialdemokrat Wilfried Teichmann erklärte gegenüber der AZ: „Auch ich bin für einen Kreisverkehr an der Stelle. Aber ich sehe nicht ein, warum der Landkreis die Aufgabe einer anderen Behörde übernimmt.“ Seine Befürchtung sei, dass eigentlich geplante Maßnahmen verschoben werden.

Sein Fraktionsvorsitzender Putzier meinte noch, eine Möglichkeit sei es ja auch, dass der Bau in die Hände eines Dritten gelegt werden könne, damit die Kreisverwaltung ihre Projekte weiter vorantreiben könne.

Der Bau ist aber an eine Bedingung geknüpft: Das Land muss zunächst schriftlich erklären, dass es die Kosten übernimmt. So will es der Kreistag. Aktuell wird von einem Betrag von 700 000 Euro ausgegangen.

Gestern, nach der Entscheidung, meldete sich noch die UWG und deren Kreistagsmitglied Andreas Dobslaw zu Wort. Als Geschäftsführer der Unfallkommission ist ihm die Entschärfung der Kreuzung ein besonderes Anliegen. Das Votum werde begrüßt. „Nach mehr als zwei Jahrzehnten voller Leid besteht nun die realistische Chance auf eine abschließende Lösung im kommenden Jahr“, heißt in einer Mitteilung.

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