Nach dem Willen der SPD soll der Landkreis bei Bahn und Ministern vorstellig werden

Berlin-Express wird zum Politikum

Der Interregio-Express Berlin-Hamburg, hier ein Archivbild, fährt aktuell nicht. Jetzt wird die Kreis-SPD aktiv.
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Der Interregio-Express Berlin-Hamburg, hier ein Archivbild, fährt aktuell nicht. Jetzt wird die Kreis-SPD aktiv

Uelzen/Berlin – Wird es wieder eine Direktverbindung von Uelzen nach Berlin mit einem Interregio-Express (IRE) geben? Zurzeit fährt er nicht – und die SPD im Kreistag glaubt, das Angebot könnte gänzlich abgeschafft werden.

„Augenscheinlich steht zu befürchten, dass die Deutsche Bahn die Corona-Krise zum Anlass nehmen will, vermeintlich unwirtschaftliche Zugverbindungen zu streichen“, so die Sozialdemokraten. Nach Informationen der Kreistagsfraktion könnte auch die Direktverbindung in die Hauptstadt betroffen sein.

„Das wäre nicht nur ein massiver Verlust an Attraktivität für unseren Landkreis, sondern auch ein Schlag ins Gesicht der Landbevölkerung insgesamt, denn eine derartige Entscheidung würde auch die Nachbarregionen massiv betreffen“, meint die SPD und reagiert.

Nach ihrem Willen soll der Landkreis die Deutsche Bahn, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann schriftlich auffordern, dafür Sorge zu tragen, „dass die Direktverbindung zwischen Uelzen und Berlin spätestens zum nächsten Fahrbahnwechsel, wenn möglich sogar früher, wieder aufgenommen wird“.

Die Direktverbindung wird von Uelzenern vermisst, wie die AZ im August berichtete. Seinerzeit äußerte sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte nach einer Korrespondenz mit der Bahn, wonach diese eine Rückkehr der Verbindung für Ostern 2021 in Aussicht stellte, allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssten.

Damit meint die Bahn die Wirtschaftlichkeit der Verbindung, die gegeben sein muss. Sie ist aus Sicht des Unternehmens zurzeit der Knackpunkt, während zuvor schon „Materialprobleme“ und „Bauarbeiten“ angeführt wurden.

Für SPD ist das Argument kaum nachvollziehbar: „Die Züge waren regelmäßig voll.“ Ein Bahnsprecher erklärte, dass die Corona-Krise und die damit eingebrochene Fahrgastnachfrage das Unternehmen veranlasst habe, die Verbindung übergangsweise einzustellen. Bis mindestens 12. Dezember wird es die Verbindung weiterhin nicht geben. Eine Wiederaufnahme werde geprüft, so der Bahnsprecher. VON NORMAN REUTER

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