Unterwegs im Erixx zwischen Uelzen und Wittingen: Pendler loben moderne Ausstattung des Zuges

Bequeme Sitze und leichter Einstieg

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Insgesamt 157 Sitzplätze und acht Fahrradstellplätze gibt es in jedem der Erixx-Niederflurzüge.

Uelzen/Landkreis. Gestern um 9 Uhr früh: Rund 30 Menschen auf dem Bahnsteig 303 im Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen warten auf den Zug, der in ein paar Minuten nach Braunschweig abfahren soll.

Das Neue: Nicht mehr die Deutsche Bahn bedient diese Strecke, sondern seit Sonntag verkehrt hier der Erixx mit modernen Niederflurzügen. Der neue Zug stößt bei den meisten der rund 40 Reisenden, die die AZ gestern während der Fahrt zwischen Uelzen und Wittingen trifft, auf ein positives Echo.

Die von Erixx eingesetzten Diesel-Triebwagen vom Typ Coradia Lint 54 fahren nun auch zwischen Uelzen und Braunschweig.

Als der Zug um 9.08 Uhr pünktlich den Uelzener Bahnhof verlässt, begutachten manche Fahrgäste erst mal die Ausstattung. Sie schauen nach der Gepäckablage, probieren die Steckdosen an den Plätzen aus und lassen sich in den blau-gelb gemusterten Sitzen, in denen selbst rund zwei Meter große Fahrgäste bequem Platz nehmen können, nieder. Besonders freut sich Bernhard Hoffmann aus Bienenbüttel über den leichten Einstieg mit dem Fahrrad. „Früher war das immer schwierig in den Zug zu kriegen“, erzählt Hoffmann, der auf einem der Klappsitze im Fahrradabteil Platz genommen hat. Zwar trauere er als Bahn-Nostalgiker der Optik der alten Triebwagen etwas hinterher, aber dafür seien für ihn – dank der geänderten Abfahrtszeiten – die Anschlüsse besser zu erreichen, wenn er einmal pro Woche nach Gifhorn fahren müsse.

„Es ist nicht so laut und es klappert nicht wie im alten Zug“, berichtet Mathis Vetter aus Oldenstadt, während die neue Diesellok fast geräuschlos über die Schienen rollt. Ansonsten gefallen Vetter, der in Wolfenbüttel studiert, die neuen Sitze gut. Diese seien sehr bequem, der Zug rieche noch neu und sei auch wärmer als der alte. Andere Reisende wiederum sind von den Sitzen nicht so begeistert. „Ich fand die alten bequemer“, meint Olivia Tetzlaff aus Braunschweig. „Außerdem ist es wichtiger, dass der Zug fährt und pünktlich ist“, stellt sie klar.

Bei den Zwischenhalten wird der Erixx aufmerksam begutachtet und gelegentlich auch fotografiert, so zum Beispiel von einem Mann im Bad Bodenteicher Bahnhof.

Auf dem Rückweg von Wittingen nach Uelzen wird es dann eng. Der aus Braunschweig kommende Zug rollt mit fünf Minuten Verspätung ein, sämtliche 157 Sitzplätze sind besetzt. Trotz dreier Kinderwagen im Fahrradabteil haben Reisende nicht das Gefühl, sich in einer sprichwörtlichen Sardinendose zu befinden.

Mary Horn aus Wittingen erzählt, dass sie sich über die Steckdosen an den Sitzplätzen freut, da ihr Computer ohne diese nicht mehr lange genug laufe. Ansonsten sei der Erixx ein typischer Pendlerzug. „Leider bietet der für größeres Gepäck keinen Raum“, sagt sie. Mit fünf Minuten Verspätung endet schließlich die Fahrt in Uelzen.

Von Lars Lohmann und Anna Kimm

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