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Bepöbelte Polizisten am Schnellenmarkt: Video-Auswertung verläuft erfolglos

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Von: Norman Reuter

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Der Schnellenmarkt war in der Nacht zum 13. August Schauplatz von Übergriffen auf Polizisten
Hier wurden Polizisten bepöbelt, bespuckt und beworfen.  © Reuter, Norman

Der Schnellenmarkt war in der Nacht zum 13. August Schauplatz von Übergriffen auf Polizisten. Die Ermittlungen laufen weiter, nun wurden Bodycams ausgewertet.

Uelzen – Nach dem Polizei-Einsatz Mitte des Monats auf dem Uelzener Schnellenmarkt, bei dem Beamte von Kneipengängern bepöbelt, bespuckt und mit Bechern beworfen wurden (AZ berichtete), sind die Aufnahmen, die mithilfe von Bodycams gemacht wurden, weitestgehend ausgewertet. Das berichtet Polizeisprecher Kai Richter gestern auf AZ-Nachfrage. Aus dem bisher gesichteten Videomaterial haben sich nach Angaben Richters keine weiteren Ermittlungen gegen Einzelpersonen ergeben, die in der Nacht zum 13. August aus einer Gruppe heraus agierten.

„Es wurde niemand identifiziert“, so Kai Richter. Ursächlich dafür war die Situation vor dem Lokal, wo sich mehrere Dutzend Kneipengänger aufhielten und „aus der zweiten und dritten Reihe dann Becher flogen“. Weil die Bodycams an den Uniformen der Polizisten befestigt sind, nehmen sie auch nur das auf, was die Beamten gerade im Fokus haben.

Ermittlungen laufen unabhängig davon weiter gegen Kneipengänger, die noch in der Nacht wegen ihres Verhaltens von Polizisten angesprochen und deren Personalien auch festgehalten wurden. „Hierzu laufen noch Zeugenaussagen“, schildert Richter.

An den Schnellenmarkt gerufen wurden Beamte, weil ein der Polizei bekannter 22-Jähriger gegen ein Aufenthaltsverbot verstieß. Er wurde in Gewahrsam genommen, wobei Kneipengänger auf Polizisten losgingen.

Der gebürtige Afghane fiel in den zurückliegenden Monaten durch sein aggressives Verhalten sowie Straftaten in der Kneipenszene auf. Dabei war er auch im Besitz von Waffen. Polizei und Hansestadt Uelzen reagierten mit einem generellen Waffenverbot und einem Betretungsverbot für die Kneipenszene an den Wochenenden. Mit Stand von Dienstag hat er gegen das Betretungsverbot bisher fünf Mal verstoßen, was jeweils eine Strafe von 200 Euro nach sich zog. Beim Waffenverbot liegen nach Auskunft der Stadt, mit Stand von Montagmittag, noch keine Verstöße vor.

Am Wochenende fiel der 22-Jährige zuletzt auf, nicht nur weil er das fünfte Mal unerlaubt an einer Kneipe auftauchte und für wenige Stunden dafür in Gewahrsam genommen wurde, sondern weil er einem anderen jungen Mann sein Fahrrad wegnahm.

Die Staatsanwaltschaft berichtet von einer niedrigen einstelligen Zahl von Ermittlungsverfahren gegen den 22-Jährigen, die gegenwärtig nicht abgeschlossen seien. Darunter ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung. Dies schließe aber nicht aus, dass noch bei der Polizei Ermittlungsvorgänge geführt würden, die die Staatsanwaltschaft bisher nicht erreichten, so die Behörde gegenüber der AZ.

Mit Blick auf Straftaten, die der Afghane in seiner Jugend und in der Zeit als Heranwachsender begangen hat, verweist die Staatsanwaltschaft auf den Persönlichkeitsschutz. Als Erwachsener wurde er 2021 wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln sowie in diesem Jahr wegen Beleidigung in zwei Fällen zu Geldstrafen im niedrigeren Bereich verurteilt.

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