Aber: SPD will Gegner „mitnehmen“ / Verkehrsbelastung bei Bau gering halten

Bekenntnis zur A 39

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(Symbolfoto)

Lüchow/Uelzen. Am Ende bekannte sich eine deutliche Mehrheit zum Bau der Autobahn: 76 der insgesamt 85 Delegierten des SPD-Unterbezirks Uelzen/Lüchow-Dannenberg haben am Sonnabend bei einem Parteitag für eine Vorlage gestimmt, mit der sich die Sozialdemokraten für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur stark machen.

Am Ende bekannte sich eine deutliche Mehrheit zum Bau der Autobahn: 76 der insgesamt 85 Delegierten des SPD-Unterbezirks Uelzen/Lüchow-Dannenberg haben am Sonnabend bei einem Parteitag für eine Vorlage gestimmt, mit der sich die Sozialdemokraten für eine verbesserte Verkehrsinfrastruktur stark machen. Die Region könne wirtschaftliche Potenziale erschließen und dem demografischen Wandel wirksam begegnen, wenn Verkehrsprojekte auf den Weg gebracht würden, heißt es unter anderem in dem vom Unterbezirks-Vorstand verfassten Papier. Bestehende Bahnlinien, insbesondere die Amerika-Linie, müssten ausgebaut werden. Das Schiffshebewerk Scharnebeck sei durch ein neues Aufstiegbauwerk zu ersetzen. Und: Zur Anbindung der Region an die benachbarten Wirtschaftsräume sei der Lückenschluss der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg zu realisieren.

Der Unterbezirks-Vorsitzende Klaus-Peter Dehde war bereits im Vorfeld des Parteitages davon ausgegangen, dass die Vorlage, vor allem wegen der Passagen zur A 39, nicht diskussionslos verabschiedet wird. Er sollte recht behalten. Für den Ortsverein Bad Bevensen erklärte Hans-Peter Hellmanzik, dass die Sozialdemokraten im Norden des Kreises sehr unterschiedliche Auffassungen zum Trassenbau vertreten würden. „Teilweise ergeben sich die Positionen aus einer eigenen Betroffenheit heraus“, erklärte Hellmanzik. Diese Menschen müssten Gehör finden, auch wenn eine Mehrheit der Sozialdemokraten für ein Autobahnbau sei. „Wir müssen jene mitnehmen, die anderer Meinung sind“, so der Vertreter des Ortsvereins Bad Bevensen.

Otto Lukat, Sozialdemokrat und Uelzens Bürgermeister, unterstrich die Bedeutung der A 39 für die Uhlenköperstadt. „Wir brauchen eine baldige Umsetzung für die Entwicklung der Stadt“, sagte er. Den Kritikern hielt er entgehen, dass sie immer nur einen Professor und seine Thesen heranziehen. Würden sie andere Gutachten lesen, kämen sie zum Schluss, dass wirtschaftliches Wachstum und Verkehrsadern zusammenhängen. Was Bad Bevensen betreffe, so müsse sichergestellt werden, dass während des Baus die geplante Abfahrt zu keinem höheren Verkehrsaufkommen in der Kurstadt führe. Die Bedingung wurde als Ergänzung in die Vorlage aufgenommen. Aus Sicht von Lukat, ist es aber nicht mehr möglich, über den Trassenverlauf zu diskutieren. Gerade dieser aber, so sagte Hermann Kallinowski, Vorsitzender des Ortsvereins Bad Bevensen, schaffe Probleme.

Das Präsidium beim Parteitag zählte bei der Abstimmung zur Vorlage schließlich drei Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen. Seite 2

Von Norman Reuter

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