„Das brennt unter den Nägeln“

Beitragsfreie Kitas kosten Kommunen im Landkreis Uelzen viel Geld

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Die „Kita-Beitragsfreiheit“ brannte den Vertretern der örtlichen Kommunen unter den Nägeln. 

Uelzen/Landkreis – Die Kommunen im Landkreis Uelzen ächzen unter dem Wegfall der Kita-Gebühren seit August letzten Jahres. Das machten gestern deren Vertreter bei der Jahresversammlung des Uelzener Kreisverbandes des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes deutlich.

Die Beitragsfreiheit belaste nicht nur die Haushalte, einige Einrichtungen im Kreis laufen derzeit an ihrer Kapazitätsgrenze.

„Die Anmelde- und Betreuungszahlen in Krippen und Kitas sind erheblich gestiegen“, berichtet der Geschäftsführer des Kreisverbandes Thomas Schulz. In einigen Gemeinden wie Wrestedt, Suderburg, Bad Bevensen und Uelzen mussten Übergangslösungen gefunden werden. „Viele Kommunen müssen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen tätigen, um den Bedarf zu decken.“ Diese würden über Jahre die Haushalte belasten.

Niedersachsen wird künftig 55 Prozent, statt wie bisher 20 Prozent, der Personalkosten tragen. Der Anteil soll bis 2021 auf 58 Prozent steigen. Auch der Bund hat die Finanz-Mittel für sogenannte Härtefälle aufgestockt. „Aber das kann noch nicht alles gewesen sein“, findet der designierte Geschäftsführer des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes Oliver Kamlage. Bereits jetzt sind die Aufwendungen vielerorts um 20 bis 25 Prozent gestiegen – für kleine Gemeinden ein großes Problem. „Das Thema brennt unter den Nägeln“, sagt Bevensen-Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer. Wie hoch die Ausgleichszahlen vom Land tatsächlich ausfallen, soll sich jetzt im Frühjahr klären.

Zwar hat der Kreistag zuletzt beschlossen, den Kommunen eine Million Euro mehr für die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Doch, das betont Thomas Schulz, dürfe nicht auf Kosten des Ausgleichsfonds vom Land gehen.

VON SANDRA HACKENBERG

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