Von wegen Schluss

Beim Stadtgespräch zeigt sich: Uelzen hat viel zu bieten

+
Beim Stadtgespräch wurden in Kleingruppen Themenbereiche wie „Aufwachsen in Uelzen“ besprochen. Swantje Dost-Kraft (Mitte) vom Jugendmigrationsdienst wusste von Familien zu berichten, die nach Uelzen zurückkehren, weil Kinder hier besser aufwachsen könnten.

Uelzen. Das klingt dann für Tanja Klomfass doch zu pessimistisch: Stadt, Land, Schluss! Das Wort „Schluss“ wirke so endgültig, als ob nichts mehr komme, so die Mitarbeiterin vom Verein Lebensraum Diakonie.

Das von der Landeskirche vorgegebene Motto zur Woche der Diakonie stellt Klomfass mit anderem beim jüngsten Stadtgespräch auf den Prüfstand.

Ist wirklich Schluss im ländlichen Raum, in Uelzen? Nein, so die klare Botschaft des Abends. Allerdings wird auch Handlungsbedarf gesehen, damit Menschen der Region nicht den Rücken kehren, damit die Stadt und die Dörfer lebendig bleiben.

In kleinen Gesprächskreisen wurde aber zunächst herausgearbeitet, was in der Stadt und der Region zu schätzen ist. Da wird das kulturelle Angebot gelobt – mit zwei Theatern, mit Kino und Open R. Beim Thema „Älter werden“ wird ein gutes Beratungsangebot gesehen. Kinder könnten sich noch frei bewegen, ohne dass den Eltern die Sorgenfalten auf der Stirn stünden. Durch die Arbeit beim Jugendmigrationsdienst wisse sie, dass junge Familien, die in Großstädte gezogen seien, wieder nach Uelzen zurückkehren würden, weil gerade hier Kinder noch geschützter aufwachsen könnten, so Swantje Dost-Kraft.

Was das Angebot von Einkaufsläden betrifft, so hielt Einzelhändler Ingo Schulte fest, dass die Menschen durchaus alles in Uelzen finden könnten, was ihr Herz begehre. Aber womöglich sei das ihnen gar nicht so bewusst. Er regte an, und war dann bei dem, was verbesserungswürdig ist, den Verkauf stärker mit Events zu koppeln, damit gerade kleinere Läden bekannter würden. Elke Schulze fand, dass auch die Gebäude in der Innenstadt geschmackvoller gestaltet und die Grünflächen attraktiver werden müssten. „Das lädt zum Verweilen ein.“ Ohnehin findet Swantje Dost-Kraft, dass die Freizeitanlagen und Bäder kontinuierlich gepflegt und gehegt werden müssten – nicht nur von den zuständigen Kommunen, sondern auch von all jenen, die Anlagen nutzen.

Für Andrea Zobel von der evangelischen Familienbildungsstätte, die am Abend mitmoderierte, wurde erstaunlich viel Positives zu Uelzen gesammelt. Von „Schluss“ könne nicht rede sein, befand Tanja Klomfass.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare