Summende Gitarren

Beim Gitarren-Festival wird mit dem Instrument auch experimentiert

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Proben im Ensemble: 21 Kinder kamen zum Gitarrenfestival nach Uelzen, zum Teil aus dem Großraum Hannover, Burgwedel oder Laatzen.

Uelzen-Oldenstadt – Sie heißen Taylor, Bennet oder Greta, sind zwischen neun und 15 Jahren alt und beim Gitarrenfestival in Oldenstadt angemeldet. Da lassen sie Geigenbögen über den Bund ihrer Akustikgitarre streichen, nehmen den Slide zur Hand und klopfen auf die Saiten.

Mit dem sogenannten Slide (Röhrchen) kann man Gitarre spielen – oder auch durchschauen.

Sie dämpfen den Klang ihrer Gitarre ab und erzeugen mit einfachen Plastiklöffeln eine „Roboterstimme“. Und sie lassen eine Murmel über die waagerecht gehaltene Gitarre zwischen zwei Saiten laufen. „Zzzzt“ macht es ganz leise beim Einzelnen. Ein großes Summen dann im Ensemble. Simon Gutfleisch, Lehrer an der Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen, hat zu diesem ersten Gitarrenfestival am Wochenende eingeladen.

Die Hälfte der Kinder und Jugendlichen sind aus dem Großraum Hannover, aus Burgwedel oder Laatzen, angereist, übernachten in der gegenüberliegenden Jugendbildungsstätte. Und Gutfleisch ist sich sicher, „dass das eine tolle Inspiration für die Kids ist“.

Zumal er als Mitdozentin Jule Malischke gewonnen hat, die die Vielseitigkeit des Instruments noch unterstreicht: Sie unterrichtet an diesem Wochenende in Percussionstechniken auf der Gitarre. „Sie spielt Gitarre, Schlagzeug und Bass auf der akustischen Gitarre und singt auch noch dazu“ – Können, das Gutfleisch Respekt abnötigt.

In Workshops haben sich die beiden Dozenten für ihre Schüler eingeteilt. „Mal sind sie zu dritt, mal zu fünft oder auch zu zehnt“, sagt der Organisator. Gutfleisch steht dabei für das klassische, aber auch experimentelle Instrument. Malischke für die Weltmusik. Und am Sonnabendabend konzertierten beide im Saal der Musikschule.

Simon Gutfleisch, Organisator des Gitarrenfestivals

Für Simon Gutfleisch, der an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover vor dem Masterabschluss steht, ist das Festival auch ein pädagogisches Abschlussprojekt. Aber nicht nur das: „Ich hoffe schon, dass das regelmäßig stattfinden kann“, sagt Gutfleisch. Er setzt für die Zukunft auf unterschiedliche Dozenten, um die „Vielseitigkeit des Instruments“ zur Geltung zu bringen. „Die Gitarre passt sich immer gut an“, sagt der Musikschullehrer über die anhaltende Karriere seines Instruments.

Dann muss er bei der Ensemble-Probe wieder ran. Murmeln fallen im kindlichen Ungestüm immer mal wieder ins Schallloch: Da muss die Gitarre ein wenig geschüttelt werden, bevor das Ensemble wieder summen kann.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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