An wilder Prügelei zweier Familienclans in Winsen soll auch eine in Uelzen bekannte Sippe beteiligt gewesen sein

„Bei Schlägereien sind die nicht weit“

Amateurbild einer Schlägerei zwischen Männern mit Migrationshintergrund: Die juristische Aufarbeitung ist oftmals schwierig.

tm Lüneburg. Wenn Familienclans mit Migrationshintergrund aneinander geraten, ist die juristische Aufarbeitung anschließend oftmals schwierig – und auch die 4. große Strafkammer des Landgerichts Lüneburg tut sich aktuell schwer damit, genau aufzuschlüsseln, was eigentlich an jenem 1. Oktober 2012 auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Winsen/Luhe passiert ist, als zwei arabisch- und türkischstämmige Clans sich eine tätliche Auseinandersetzung lieferten.

Werkzeuge flogen durch die Luft, ein Polizist gab sogar einen Warnschuss ab, um die rund zwei Dutzend Kontrahenten zur Räson zu bringen.

Gestern am zweiten Verhandlungstag brachte ein Beteiligter den Namen eines dritten Familienclans ins Gespräch, der bei jener Prügelei vor mehr als drei Jahren ebenfalls mitgewirkt haben soll: Die libanesische Sippe ist auch Ermittlern in Uelzen bestens bekannt und hier schon wegen einer ganzen Reihe von Straftaten angeklagt und zum Teil auch verurteilt worden. „Klar waren die dabei. Wo es Schlägereien gibt, sind die nicht weit“, schilderte der 36-jährige Zeuge, der dem arabischstämmigen Clan angehört. Er soll von vier türkischstämmigen Brüdern übelst verprügelt worden sein, noch als er mit Handschellen gefesselt am Boden lag, hagelte es laut Anklage Tritte gegen den Kopf. „Mit Anlauf, wie beim Freistoß“, schildert der Mann, der sich als Opfer ausgibt und seine Familie schuldlos sieht an der Auseinandersetzung. Überhaupt prägen verzerrte Wahrnehmungen den Prozess.

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