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Tarifverhandlungen: Bei Helios drohen Streiks – auch in Uelzen

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Von: Lars Lohmann

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Sieben Helios-Kliniken in Niedersachsen sollen bestreikt werden darunter auch das Krankenhaus in Uelzen.
Sieben Helios-Kliniken in Niedersachsen sollen bestreikt werden darunter auch das Krankenhaus in Uelzen. © Reuter

Sieben Helios-Kliniken in Niedersachsen sollen bestreikt werden. Das kündigte Juliane Fuchs vom Verdi-Bezirk Hannover-Heide-Weser während der Maikundgebung bei ihrer Rede zum Tag der Arbeit auf dem Uelzener Herzogenplatz vor gut 120 Gewerkschaftern an. 

Der Grund: ein laut Juliane Fuchs unzureichendes Angebot der Arbeitgeberseite bei der zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Freitag. Nach ihren Angaben hatten das Unternehmen einen Lohnzuwachs in zwei Schritten in Höhe von jeweils 1,3 Prozent angeboten.

Die Gewerkschaft ist mit einer Forderung von 15 Prozent in die Tarifverhandlungen gestartet. Für Auszubilde werden 200 Euro mehr Lohn gefordert – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll eine Corona-Prämie in Höhe von 1500 Euro gezahlt und die Jahressonderzahlung einheitlich auf 100 Prozent eines Monatsgehalts angehoben werden.

„Das ist ein Reallohnverlust, was vorgestern angeboten wurde. Die Beschäftigten der Helios-Kliniken bereiten sich jetzt auf einen Streik vor“, sagte Juliane Fuchs in ihrer Rede. Bei einer zu erwartenden Inflation von mehr als sechs Prozent sei das Angebot der Arbeitgeberseite viel zu wenig. Auch in Anbetracht dessen, dass das Unternehmen satte Gewinne einfahre und hohe Dividenden ausschütte.

Für den Streik werden laut der Gewerkschafterin zunächst in den betroffenen Kliniken, darunter auch Uelzen, Gifhorn und Wittingen, sogenannte Notdienstverordnungen geschlossen. So soll eine Minimal- und Notfallversorgung in den Kliniken während der Streiks sichergestellt werden. Konkrete Termine konnte Juliane Fuchs auf AZ-Nachfrage nicht benennen. Sie rechnet aber damit, dass es in den nächsten ein bis zwei Wochen zu Arbeitsniederlegungen kommen wird. Die Streiks an den Klinikstandorten werde Verdi rechtzeitig ankündigen.

Die Verhandlungen betreffen laut Verdi die Kliniken in Uelzen, Wittingen, Gifhorn, Herzberg, Hildesheim, Nienburg und Salzgitter. Für diese Kliniken würden aufgrund der früheren Zugehörigkeit zum Rhön-Konzern nicht der Konzerntarifvertrag gelten, sondern Haus-Tarifverträge.

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