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Bei Bombenfund in Uelzen: Heimbewohner müssen weichen

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Von: Norman Reuter

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Werden Blindgänger gefunden, wird die Seniorenresidenz an der Rosenmauer wie andere Altenheime voraussichtlich evakuiert werden müssen. Die Vorbereitungen laufen.
Werden Blindgänger gefunden, wird die Seniorenresidenz an der Rosenmauer wie andere Altenheime voraussichtlich evakuiert werden müssen. Die Vorbereitungen laufen. © Reuter

Werden bei den weiteren Untersuchungen Blindgänger in Bahnhofsnähe entdeckt, setzt das eine gewaltige Evakuierungsaktion in Gang. Mehrere Altenheime sind zu räumen. Dabei ist Vieles zu beachten, berichtet ein Heimleiter. Das DRK mobilisiert Kräfte, damit Bettlägrige transportiert werden können.

Uelzen – Gänzlich unvorbereitet trifft es die Seniorenresidenz an der Rosenmauer nicht. Bei Brandschutzübungen wird der Ernstfall, dass Zimmer und Gebäude verlassen werden müssen, geprobt. Auch existieren Notfallpläne für Evakuierungen. „Kommt dann der Moment, ist aber an Vieles noch zu denken“, sagt Leiter Heiner Mc Neil.

Am Sonnabend könnte dieser Moment gekommen sein, wenn tatsächlich Blindgänger in Bahnhofsnähe entdeckt werden. Bei einem Evakuierungsradius von einem Kilometer wären drei Altenheime in Uelzen zu räumen.

Derzeit leben gut 150 Männer und Frauen im Pflegebereich und in den Apartments der Seniorenresidenz an der Rosenmauer. Sie alle müssten dann auch übergangsweise das Haus verlassen.

Im ersten Schritt sei damit begonnen worden, Personal für Sonnabend zusammenzuziehen, damit ausreichend Kräfte zur Verfügung stünden, sagt Heiner Mc Neil. Nachdem über die etwaige Evakuierung berichtet wurde, erreichen die Seniorenresidenz auch erste Anfragen von Angehörigen, was nun mit ihren Verwandten aus dem Heim am Sonnabend werde und ob sie übergangsweise nach Hause geholt werden sollten.

Wie Heiner Mc Neil sagt, sei es denkbar, dass Bewohner von ihren Angehörigen betreut werden. Wichtig sei: Keiner der Bewohner solle eigene Absprachen treffen. „Wir müssen Bescheid wissen, den Überblick haben“, so Mc Neil.

Wenn überhaupt, wäre eine häusliche Betreuung nur für jene vorstellbar, deren gesundheitlicher Zustand das erlaubt. „Wir haben zurzeit sieben Bettlägrige“, erklärt Heiner Mc Neil. Aktuell befinde er sich in Abstimmung, wie sie versorgt werden können. Die temporäre Aufnahme in andere Uelzener Heime gestalte sich insoweit schwierig, weil diese sehr ausgelastet seien.

Der Transport ist auch zu organisieren. Hier greift das DRK Uelzen mit seinen Fahrzeugen und Personal ein. „Die Vorbereitungen laufen dazu bereits auf Hochtouren“, schildert Nina Kunzi, Mitarbeiterin der Pressestelle des Uelzener DRK. Dienstschichten würden getauscht, Hauptamtliche, ehrenamtliche Kräfte und auch die Ortsvereine für den Sonnabend mobilisiert. „Wir wollen lieber zu viele haben, als zu wenige“, sagt Kunzi. Mit Blick auf das Pandemiegeschehen könne es bis zum Wochenende auch noch zu personellen Ausfällen kommen.

Jeder Bewohner, sagt Heiner Mc Neil, weise eine andere Krankengeschichte auf, müsse anders betreut werden. Inkontinenz, Tablettengabe, Probleme beim Essen. Für jeden Bewohner wird eine Box oder ein Beutel vorab gepackt, in denen das Nötige an Medizin und Material zu finden sei, so Mc Neil. Das solle bis spätestens Freitagabend erledigt sein.

Kommen Bewohner übergangsweise in geplanten Betreuungsstellen unter, werde man auch Ergotherapeuten dazuholen, die gute Stimmung verbreiten sollen, vielleicht etwas mit den Bewohner spielen, schildert Mc Neil. Auch Positives solle der Tag bieten.

Fünf Stockwerke hat die Seniorenresidenz an der Rosenmauer. Abhängig noch von den Transportmöglichkeiten sei geplant, zunächst Pflegestationen zu räumen, bevor weitere Bewohner das Haus verlassen, so Mc Neil. „Wir werden zum Schluss noch mal durch die Stockwerke gehen, damit klar ist, dass alle raus und versorgt sind.“

Nach der Entschärfung gilt es dann, die Rückkehr in die Seniorenresidenz zu organisieren. „Es muss sichergestellt werden, dass alle wieder im Haus sind“, sagt Mc Neil. Auch Gehhilfen, Rollatoren, die jeweiligen Beutel der Bewohner, als dass müsse wieder den Weg in die Einrichtung finden. Vorab würden deshalb auch Beschriftungen stattfinden.

Heiner Mc Neil ist froh, dass noch Zeit ist. „So haben wir Luft, um das gut vorzubereiten“, sagt er.

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