Forstamt Uelzen rät zur Kiefer für den heimischen Holzofen / Nachhaltigkeit vor Wirtschaftsinteresse

Begehrter Brennstoff Buche

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Gerade die Buche ist ein nachgefragter Brennstoff für den Holzofen zu Hause. Allerdings ist Buche gerade in der Lüneburger Heide relativ knapp. Denn als vor über 100 Jahren die Heide aufgeforstet wurde, waren die Böden zu nährstoffarm für das Hartholz – stattdessen wurden genügsamere Nadelhölzer gepflanzt.

Uelzen/Landkreis. Der Holzofen ist en vogue. Mittlerweile, so schätzt es die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) ein, würde jeder vierte deutsche Haushalt mit Hackschnitzel, Holzpelletts oder Scheitholz anfeuern.

Den Trend zum heimeligen Feuerchen im Holzofen bemerkt auch Thomas Göllner, Leiter des Stadtforstes Uelzen. Auf die Frage, ob Brennholz knapp und teuer werde, antwortet er zwar „nur“ mit einem „Jein“, aber die Tendenz stimme, zumindest was bestimmte Holzsorten angehe. So werde Buche und Eiche durchaus knapp. Beides wseien beliebte Brennhölzer, weil sie einen hohen Brennwert haben und lange brennen. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Nachdem in der Heide über Jahrhunderte Raubbau am Boden betrieben wurde, war der Boden dünn und schwach – die typisch karge lila Heide, die auf nährstoffarmen Böden wächst, war eine Folge davon. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts begann man laut Göllner mit einer systematischen Aufforstung – mit Baumsorten, die mit dem schlechten Boden zurecht kamen: Nadelhölzer wie beispielsweise Kiefer. Buche und Eiche, die einen fetteren Boden brauchen, kamen erst später dazu, nachdem die Kiefer die Böden aufgebessert hatte. Deshalb sei der Anteil an Buche und Eiche noch gering.

Dass gerade diese Hölzer aber beliebt sind, stellt Göllner nun vor die Herausforderung, mit dem Brennstoff haushalten zu müssen: „Wir versuchen, den Kunden auch Kiefernholz anzubieten. Das ist in größerem Umfang da. Der Brennwert ist nahezu derselbe wie bei Buche und Eiche, sie brennt nur etwas schneller runter. Aber sie braucht auch nicht so lange, um zu trocknen.“

So beeinflusst der Trend zum Holzofen den Forstbetrieb. „Früher hatten wir im Stadtforst im Jahr vielleicht 30 Kunden, die Brennholz wollten“, sagt Göllner, „heute sind es im Jahr mehrere hundert.“ Und in Bezug auf die Nachfrage und auf den naturnahen Holzanbau im Stadtforst stellt er klar: „Wir werden unseren Wald nie nach dem gestalten, was nachgefragt wird.“ Der Preis für Brennholz sei fast 20 Jahre überhaupt nicht gestiegen, aber die Nachfrage sorge nun, innerhalb der vergangenen Jahre, dafür, dass er sich hochpendele.

Von Kai Hasse

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