In Woltersburg freut man sich über große Resonanz auf „Börsen-Projekt“

Begehrte Mühlen-Aktie

In der neu entstehenden Cafeteria am Mühlengebäude wurden die bunten Fenster eingesetzt.

Uelzen. Als Gerard Minnaard zu Beginn der Aktion – zu seinen Erwartungen befragt – ganz zaghaft die 20 000 Euro-Hoffnungs-Marke nannte, die die Aktien-Käufer mit ihrem solidarischen Engagement erreichen würden, hätte sich so manche Stirn sicherlich in skeptische Sorgenfalten gelegt.

Würden die Bewohner des Landkreises solch einen Kraftakt an Spendenbereitschaft meistern?.

Drei Wochen nach Veröffentlichung des ersten AZ-Artikels und dem Verschicken zahlreicher Briefe an bereits bekannte Mühlenunterstützer durch die Projektverantwortlichen, gibt die Zwischenbilanz Anlass zu großer Freude: Für mehr als 15 000 Euro wurden bis jetzt 61 Aktien verkauft. Wie viele Menschen, Familien insgesamt hinter allen Papieren stehen, ist nicht zu beziffern.

Minnaard ist beeindruckt und glücklich. Er sei ganz oft angesprochen worden nach dem Aufruf, Mühlen-Aktionär zu werden, erzählt er. Es habe Überweisungen gegeben von Leuten, die bisher noch nie im Zusammenhang mit der Mühle in Erscheinung getreten seien. Offenbar hat sich diese Vision, etwas für arbeitslose Menschen zu tun, so überzeugend entwickelt, dass sie immer mehr Anhänger, Freunde und Unterstützer findet. So, wie es die Internetseite der Mühle von Beginn an beschwor und erhoffte.

Das hier ist eine Zwischenbilanz. Viele haben ihren Aktienkauf noch zugesagt, ihr Spendengeld wird in den nächsten Tagen erwartet. Auf eines legt Gerard Minnaard mit Blick auf die neueste Errungenschaft am Gebäude aber großen Wert: In der Glasfront der zukünftigen Cafeteria gibt es vier künstlerisch gestaltete Fenster. „Ich möchte nicht, dass die ‘Aktionäre‘ denken, dafür geben die das Geld aus“, stellt der Pastor klar. Die Fenster, die mit ihrem Thema das Gemeinschaft stiftende Anliegen des gesamten Mühlenprojektes unterstreichen, wurden auf Antrag vom Verein „Andere Zeiten“ e.V. mit 8000 Euro bezahlt.

Der ökumenische Verein spricht sich auf seiner Homepage dafür aus, „einer kommerzialisierten Gesellschaft etwas Spirituelles entgegen(zu)setzen“. Behandelt wird in den Mühlen-Glasfenstern die theologische Zwiesprache Gott/Moses: „Ich bin da“ – „Hier bin ich“, das auf das verantwortliche Miteinander hinweisen soll und das Anliegen des Projekts versinnbildlicht.

Dazu wird sich bis zur Fertigstellung im Mai ein „Lernpfad Arbeitslosigkeit“ gesellen, der mit den Stichworten „Würde“, „Krise“, „Solidarität“, „Vision“, „Dank“, „Verantwortung“ und „Feierabend“ über sieben Stationen verfügt. Die vier Glasfenster sind die künstlerische Umsetzung von „Verantwortung“.

Aufbruchstimmung also weiterhin an der Woltersburger Mühle.

Von Barbara Kaiser

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