Imker und Landwirte wollen voneinander profitieren / Vermittlung von Trachtflächen und Bienen / Was bringen Blühflächen?

Befruchtend für beide Seiten

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Landwirtschaft braucht Bienen und Bienen brauchen Landwirtschaft. Imker und Bauern wollen deshalb enger kooperieren.

Uelzen. Sie brauchen sich gegenseitig – die Landwirtschaft die Bienen und die Bienen die Landwirtschaft.

Was liegt da näher als der Gedanke, dass Landwirte Trachtflächen an Imker und diese Bienen zur Bestäubung an Landwirte vermitteln? Genau so soll es sein, und wie das gehen kann, diskutierten beide Gruppen bei einem Workshop zum Projekt „Bestäubungs- und Trachtbörse im Fachinformationssystem ,Mein Bienenstand´ – Landwirtschaft und Imkerei im Austausch“. 40 Landwirte und Imker trafen sich dazu in der Woltersburger Mühle in Uelzen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen begleitet das Projekt wissenschaftlich zusammen mit dem federführenden Institut für Bienenkunde in Celle.

Deutlich wurde, wie wichtig eine Austausch- und Informationsplattform im Internet für die Zusammenarbeit ist, damit das Vermitteln von Trachtflächen an Imker keine Theorie bleibt. Denn Trachtpflanzen sind solche, die besonders viel Nektar oder Pollen produzieren und deswegen von den Bienen angeflogen werden. So befruchten sich beide Seiten gegenseitig.

Wie das Registrieren und Vernetzen auf der Internet-Plattform funktioniert, wie dort Angebote platziert werden können – diese Themen beherrschten das Treffen.

Voneinander lernen und profitieren: Landwirte und Imker wollen zusammenarbeiten, beispielsweise sollen Trachtflächen an Imker und Bienen zur Bestäubung an die Landwirtschaft vermittelt werden. Dafür wollen sich beide Seiten gut vernetzen. Geplant ist auch, die Frage zu klären, welchen Nutzen Blühflächen wirklich haben.

Natürlich war Imkern wie Landwirten klar, dass ein Internetportal allein nicht genügt. Deshalb ging es auch um ein Blühflächenmonitoring, bei dem 20 landwirtschaftliche Betriebe und Imker in Ost-Niedersachsen die Entwicklung ihrer Blühflächen beziehungsweise Bienenvölker über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachten und dokumentieren. Dabei arbeiten die Imker eng mit den Landwirten zusammen und stellen ihre Bienenvölker im näheren Umfeld der Blühflächen auf. Ziel ist es, Antwort auf die Fragen zu bekommen, welchen Nutzen Blühflächen für die Bienenvölker und den Imker sowie für den Landwirt haben.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Mit im Boot ist auch das Softwareunternehmen IP SYSCON GmbH Hannover. Das Obstbauzentrum Jork (Esteburg) im Kreis Stade bringt zudem seine Erfahrungen der Zusammenarbeit zwischen Imkern und Obstbauern aus dem Alten Land mit ein.

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