Uelzener (28) für vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis

„Bedürfnisse“, die in Gewalt endeten

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Vor dem Lüneburger Landgericht wurde gestern ein 28-jähriger Uelzener zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Er hatte seine Verlobte und deren Kind brutal misshandelt und außerdem einen Mann mit einem Messer verletzt.

dpa/ib Lüneburg/Uelzen. Weil er seine Verlobte und deren Kind brutal misshandelt hat, muss ein 28-Jähriger aus Uelzen hinter Gitter. Im vergangenen April hatte er, wie berichtet, außer der Frau auch zwei Männer mit einem Messer angegriffen.

Das Landgericht Lüneburg verurteilte den mehrfach Vorbestraften gestern unter anderem wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten. Außerdem verfügten die Richter eine Unterbringung des Angreifers in einer Entziehungsanstalt. Nach 13 Monaten im Gefängnis solle die Therapie für den Drogenabhängigen beginnen, heißt es in der Urteilsbegründung.

Der Uelzener ist nach Überzeugung des Gerichts schuldig, seine Verlobte im Streit mit einem Messer an Arm und Oberschenkel verletzt zu haben. Außerdem soll er das Opfer geschlagen und getreten haben. Der achtjährige Sohn der Frau wurde Zeuge der Misshandlungen und wollte sich zunächst im Badezimmer, dann in seinem Kinderzimmer in Sicherheit bringen – vergeblich. Auch das Kind wurde vom Freund der Mutter geschlagen. Der psychiatrische Gutachter wird dem Uelzener später vor Gericht bescheinigen: „Sie setzen Ihre Bedürfnisse in Gewaltaktionen um.“

Wenige Tage nach der Attacke auf Frau und Kind griff der laut Kammer auf eine lange Drogenkarriere zurückblickende 28-Jährige einen gemeinsamen Bekannten auf der Uelzener Bahnhofstraße mit dem Messer an, konnte aber überwältigt werden. Der Angeklagte hatte dem Mann gedroht: „Ich will dich töten.“ Unmittelbar zuvor hatte er einen vorbeikommenden Nachbarn attackiert, der sich jedoch retten konnte.

Der Angeklagte schob alles auf seine Drogenabhängigkeit. Doch der Vorsitzende Richter Franz Kompisch ließ das nicht gelten: „Quatsch“, kommentierte er kurz und knapp. „Sie waren in allen drei Fällen nach Überzeugung der Kammer voll schuldfähig“, fasste er in der Urteilsbegründung zusammen.

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