SPD beantragt Stolpersteine

Schlichte Messingsteine erinnern als Stolpersteine an den letzten frei gewählten Wohnort von Nazi-Opfern.

Uelzen - Von Marc Rath. Die SPD-Fraktion will in der Juni-Sitzung des Stadtrates beantragen, dass sich Uelzen der vom Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufenen Solpersteine-Initiative anschließt. Der Künstler erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. Patenschaften kosten 95 Euro je Stein.

„Die Stolpersteine wären ein weiteres Glied in der Kette unserer Erinnerungskultur“, begründet Fraktionschef Manfred Daum die Initiative der Sozialdemokraten, die von mehreren Bürgern angestoßen und jüngst auch von Bürgermeister Otto Lukat unterstützt wurde.

Daum sieht die Stolpersteine auch „als Ergebnis der Diskussion um die Straßenumbenennung“. Der Streit darüber sei „nützlich gewesen“. Und er hat offenbar auch Positionen verändert. Nunmehr spricht sich der SPD-Fraktionschef auch dafür aus, die Farinastraße umzubenennen. Der langjährige Uelzener Bürgermeister sei „ein Rädchen in dem Getriebe gewesen, die das System der Nationalsozialisten funktionsfähig gehalten haben“. Zunächst hatte sich die SPD-Fraktion nur für die Umbenennung der Seebohmstraße ausgesprochen. Im Fall des ehemaligen Ministers will Daum die weitere Expertise des von der Stadt hinzugezogenen Historikers Prof. Thomas Vogtherr noch abwarten. „Eigentlich ist der Name aber nicht haltbar“, findet er. Bei den Sozialdemokraten sollen die Fraktionsmitglieder in der Namensfrage frei entscheiden können. „Es wird keine einheitliche Abstimmung geben“, kündigt Daum bereits an. Eine Umbenennung gehöre auch zum sensiblen Umgang mit der Vergangenheit: „Ich halte das für eine Stärke, denn wir lernen ja auch dazu.“

Von Marc Rath

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