An fünf Orten wird gearbeitet: Lärm, Staub und Umleitungen

Bautrupps in Uelzens Innenstadt

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Mit einem Bagger und Manneskraft wird an der Ebstorfer Straße die Fahrbahn aufgerissen – hier wird eine Wasserleitung verlegt.

Uelzen – Als die Schicht mit Sand abgetragen ist, muss Ulrich mehr Kraft aufwenden. Der 58-jährige Bauarbeiter drückt mit dem Fuß den Spaten ins Erdreich – mit Kollegen hebt er einen Schacht aus.

Es wird nach einem Stromkabel gesucht, das zur wenige Meter entfernten Ampelanlage führen soll. Die Suchschachtung ist eine der ersten Arbeiten an der Gudesstraße; sie, wie auch die Mauerstraße, werden seit Anfang der Woche saniert. Der Kreuzungsbereich von Gudes- und Mauerstraße wird auch für eine bessere Einfahrt umgestaltet und die Ampeln dafür versetzt.

Wegen der Bauarbeiten sind die Straßen gesperrt; es ist nicht die einzige Sperrung, die Lkw-, Auto- oder Radfahrer zurzeit in Kauf nehmen müssen. An insgesamt fünf Orten in Uelzen wird nun gebaut. Fahrbahnen werden neu asphaltiert, Regenwasser-Kanäle gesetzt, zusätzliche Wasserleitungen geschaffen und Telefonkabel verlegt.

An der Gudesstraße: Bauarbeiter Ulrich (rechts) gräbt nach einem Stromkabel.

An der gesperrten Gudesstraße befinden sich Geschäfte, vor deren Schaufenster nun Bagger entlang fahren. Lärm und Staub – für die Geschäfte keine leichte Zeit, oder? Zoja Melmann führt seit drei Jahren einen kleinen Friseurladen an der Gudesstraße. Sie setzt in den nächsten Tagen und Wochen vor allem auf ihre Stammkunden, sollte die Laufkundschaft wegen der Arbeiten vorübergehend abnehmen. Melman hat Verständnis für die Arbeiten. Modernisierungen müssten sein, sagt sie. Wenige Meter weiter führt Franziska Kinastowski ebenfalls einen Friseursalon, wie ihre Kollegin sieht sie die Notwendigkeit für die Baustelle. Sie sagt: „Wir können froh sein, dass die Stadt auf Vordermann gebracht wird.“ Bis zum 18. April sollen an der Gudes- und Mauerstraße die Arbeiten soweit sein, dass der Verkehr dort wieder fließen kann. Womöglich sind noch Restarbeiten nötig.

Am Montagmittag staute sich im Innenstadt-Bereich der Verkehr – die Autofahrer suchten sich ihre Wege durch Uelzen; Wer auf der Ebstorfer Straße stadteinwärts fährt, wird wegen der ebenfalls seit Montag gestarteten Arbeiten in Höhe des Schützenplatzes umgeleitet. Dort wird eine zusätzliche Wasserleitung quer über die Ebstorfer Straße verlegt. Stadtauswärts wird der Verkehr um die Baustelle einspurig herumgeführt. Autofahrer sind sich immer wieder unsicher, ob – angesichts der vielen aufgestellten Baken – tatsächlich ein Durchkommen ist. Viele biegen vorsichtshalber in die St.-Viti-Straße ab. Ein Rettungswagen bahnt sich zielstrebig seinen Weg durch den Baustellenbereich. Wie DRK-Sprecherin Meike Karolat erklärt, informieren sich die Einsatzteams bei Arbeitsbeginn mithilfe des hauseigenen Intranets über Baustellen und eingerichtete Umleitungen.

Ein neuer Regenwasser-Kanal wird an der Schillerstraße verlegt – darüber verlaufen Kabel.

Quasi um die Ecke wird zurzeit auch an der Schillerstraße gebaut. Eine Baugrube klafft im Kreuzungsbereich zur Kaiserstraße. Der Regenwasserkanal wird erneuert. Am Montag musste zuallererst ein altes Kanalrohr ausgebaut werden. Angesichts zahlreicher Kabelpakete, die oberhalb des Kanals verlaufen, keine einfache Aufgabe. Mit Kabeln haben sich Bauarbeiter auch an der Alewinstraße zu befassen, die seit Anfang März gesperrt ist. Hier werden Kupfer- und Glasfaserkabel der Telekom im Bereich des Gehwegs verlegt. Sie ersetzen bisherige Leitungen unterhalb der Fahrbahn – bei einem Gespräch mit Unternehmensmitarbeitern an der Baustelle zeigt sich, welche „Bedeutung“ allein diese Baustelle besitzt. An den Kabeln, die verlegt werden, hängen später einmal gut 6.000 Haushalte.

VON NORMAN REUTER

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