Übergänge sind zu schmal

Baupanne bei der Amerikalinie Uelzen-Stendal: Die Bahn redet Klartext

hey/mei Stendal/Uelzen. Vor zirka acht Jahren wurden die Bahnübergänge entlang der Amerikalinie auf der Strecke Uelzen-Stendal gebaut, und erst jetzt hat die Bahn gemerkt, dass einiges nicht stimmt.

Während sich die Chefetage bislang bedeckt hielt, was genau schief gelaufen ist, gab es jetzt auf konkrete Nachfragen der AZ Antworten.

Wie berichtet, muss an mindestens 16 Bahnübergängen nachgebessert werden – insbesondere zwischen Hohenwulsch und Brunau/Packebusch (Landkreis Stendal) sowie Rademin und Salzwedel. Damit verschiebt sich der zweigleisige Ausbau der Amerikalinie Stendal-Uelzen in diesem Abschnitt deutlich, die Panne soll aber das Gesamtprojekt nicht verzögern. Nach wie vor soll das zweite Gleis 2025 in Betrieb gehen. 354 Millionen Euro werden dann verbaut sein.

Auf AZ-Nachfrage beruft sich die Bahn darauf, dass die Bahnübergänge im Rahmen des Verkehrsprojekts „Deutsche Einheit Nr. 3“ zwischen 1996 und 1998 gebaut wurden.

Inzwischen seien aber zum Beispiel die Anforderungen an die Kurven an Kreuzungen, wo Seitenwege einmünden, verschärft worden. „Anpassungen“ seien auch nötig, weil nach 1998 zum Beispiel Straßen breiter und Geh- und Radwege gebaut wurden. Für einige solcher Fälle sind die Bahnübergänge jetzt zu schmal. Zudem stünde an neuen Geh- und Radwegen der Nachbau von Schranken an.

Ursprünglich sollte das zweite Gleis in den Abschnitten Hohenwulsch-Brunau/Packebusch und Rademin-Salzwedel am 7. November dieses Jahres in Betrieb gehen. Das ist nun hinfällig. Jetzt müssen erst einmal alle Bahnübergänge daraufhin überprüft werden, ob sie den Anforderungen entsprechen oder nicht. Das soll bis Ende August dieses Jahres passiert sein.

Ist etwas nicht in Ordnung, müsse nachgebessert werden, kündigt die Bahn an. Das solle dann in den Jahren 2016 und 2017 passieren.

Von Jens Heymann und Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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