1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Bauern planen zwei Solarparks: Projektfirma stellt Vorhaben im Wriedeler Gemeinderat vor

Erstellt:

Von: Gerhard Sternitzke

Kommentare

Die Bundesregierung will Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen zukünftig fördern. In der Gemeinde Wriedel sind bereits zwei Anlagen geplant.
Die Bundesregierung will Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen zukünftig fördern. In der Gemeinde Wriedel sind bereits zwei Anlagen geplant. © Agenturen/dpa

Zwei Bauern planen im Wriedeler Gemeindegebiet Solarparks. Das bestätigt Bürgermeister Jörg Peter. Eine Planung wird wird am Dienstag im Rat vorgestellt. Peter steht der Freiflächenphotovoltaik positiv gegenüber, der Gemeinderat müsse aber Kriterien entwickeln.

Wriedel – Die Bundesregierung will die Gewinnung von Solarstrom auf landwirtschaftlichen Flächen fördern, um den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 80 Prozent zu erhöhen. Und die Investoren stehen bereits in den Startlöchern. Gleich zwei Landwirte planen im westlichen Teil der Gemeinde Wriedel Solarparks auf Ackerland. Laut Gemeinde geht es jeweils um 40 bis 50 Hektar. Eine der Projektfirmen, die Innovar Solar GmbH aus Meppen stellt ihr Vorhaben dem Wriedeler Gemeinderat am Dienstag, 13. September um 18 Uhr im Ebstorfer Rathaus vor.

Bürgermeister Jörg Peter (CDU) steht der Freiflächen-Photovoltaik grundsätzlich offen gegenüber. „Wenn wir wegkommen wollen von den fossilen Energieträgern, dann müssen wir auf dem Land die Energie erzeugen, die in der Stadt verbraucht wird“, findet das Gemeindeoberhaupt. „Das ist auch eine Chance für die Landwirte.“

Allerdings wolle die Kommune auch keinen Wildwuchs. „Wir haben ein sensibles Gut zu beachten, unsere landwirtschaftlichen Böden.“ Es geht also darum, die Entwicklung zu steuern. Und die Gemeinde hat dabei alle Möglichkeiten, denn um einen Solarpark zu ermöglichen, ist ein Bebauungsplan notwendig, der vom Rat beschlossen werden muss.

Vom Rat sollen nun Kriterien gefunden werden, die an die beiden Vorhaben und weitere Planungen angelegt werden. „Erst wenn wir Kriterien haben, können wir sinnvoll mit Landwirten und Projektierern zusammenarbeiten“, stellt Peter klar. „Kriterium Nummer eins sind die Bodenpunkte.“ Denn wertvolles Ackerland wolle man nicht mit Anlagen überziehen. Gerade im westlichen Gemeindegebiet gebe es jedoch Flächen mit lediglich 15 bis 20 Bodenpunkten, also echten Heidesand. „Aus diesen Böden ist nur mit viel Wasser-, Düngemittel- und Pestizideinsatz etwas rauszuholen“, erklärt der Bürgermeister.

Außerdem sollten mögliche Solarparks nicht zu kleinteilig über die Gemeindefläche verteilt sein. „Wir können nicht die ganze Gegend zupflastern“, betont der Bürgermeister. Und sie sollten bestimmte Abstände zu Waldstücken und zur Bebauung einhalten. So wolle man auch mögliche Beeinträchtigungen von Anwohnern durch Lichtreflexionen vermeiden.

Erstellt würden die Bebauungpläne auf Kosten der Antragsteller, jedoch vom Planer der Gemeinde, erklärt Peter. Darin könnten Auflagen festgelegt werden wie etwa eine Einzäunung, Eingrünung durch Hecken, eine schonende Bewirtschaftung, möglicherweise durch Beweidung, aber auch Bankbürgschaften für einen eventuellen Rückbau nach der 30-jährigen Laufzeit. „Projektierer, die das nicht akzeptieren, fliegen raus“, so Peter.

Die Bundesregierung plant, Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu fördern. Das Wirtschaftsministerium rechnet mit bis zu 200 Gigawatt zusätzlicher Leistung. Kommunen soll die Möglichkeit gegeben werden, Naturschutzkriterien für solche Anlagen vorzugeben.

Auch interessant

Kommentare