Landwirte erzielen durchschnittliche Einkommen / Klage über unnötige Bürokratie

Uelzens Bauern halten Investitionen zurück

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Frühjahrsbestellung auf einem Acker bei Ebstorf. Die Landwirte haben 2016/17 durchschnittliche Einkommen erzielt. Im laufenden Wirtschaftsjahr rechnet der Kreisvorsitzende des Bauernverbands, Thorsten Riggert, mit einem schlechteren Ergebnis.

Uelzen/Landkreis. Die Grüne Woche hat ihre Pforten geschlossen. Nach der Leistungsschau der Land- und Ernährungswirtschaft kehrt wieder der Alltag ein. Die Bauern haben im vergangenen Wirtschaftsjahr durchschnittliche Einnahmen erzielt, aber sie blicken skeptisch in die Zukunft.

Thorsten Riggert

Laut dem aktuellen Konjunkturbarometer des Bauernverbands Niedersachsen verdienten die Landwirte im Wirtschaftsjahr 2016/17 durchschnittlich 61.400 Euro. 2015/16 waren es nur 44.100 Euro – Zahlen, die auch der Uelzener Kreisvorsitzende des Bauernverbands Thorsten Riggert für die 600 Höfe im Kreisgebiet bestätigt. Er macht aber deutlich, dass seine Berufskollegen im laufenden Wirtschaftsjahr, das vom 1. Juli bis zum 30. Juni geht, bereits wieder mit schlechteren Zahlen rechnen. Gerade die hiesigen Bauern, die überwiegend vom Ackerbau leben, sind von schwankenden Preisen gebeutelt. „Die Getreidepreise sind extrem gefallen, und die Ernte hat unter dem Extremwetter gelitten“, berichtet Riggert. Gleichzeitig sind auch die Kartoffelpreise im Keller. Hinzu kommen steigende Pachtpreise und Produktionskosten.

Unter diesen Vorzeichen halten sich viele Landwirte bei Investitionen zurück. Von dem durchschnittlichen Betriebsergebnis müssen die Bauern eine Familie ernähren, Kredite zurückzahlen, Versicherungen bezahlen – und neue Maschinen beschaffen. „Da können sie keine großen Sprünge machen“, sagt Riggert. Ein heute üblicher Traktor mit einer Leistung von 150 PS beispielsweise schlägt mit Anschaffungskosten von 125 000 Euro zu Buche. „Man stellt das dann zurück“, erzählt der Klein Süstedter.

Allerdings will der Bauern-Vertreter nicht übers Wetter klagen. „Das sind die Landwirte gewohnt. Wetter und Ernte gehören zum normalen Rhythmus“, betont Riggert. Was seinen Berufskollegen aber zu schaffen mache, sei eine überbordende Bürokratie. Als Beispiel nennt er die Düngung. Die Landwirte seien verpflichtet, eine schriftliche Düngeplanung für jeden einzelnen Feldschlag zu erstellen.

Die Bauern sehen sich als Unternehmer und fordern mehr Freiheit beim Wirtschaften. Man wolle nicht dauerhaft am Tropf der EU hängen, stellt Riggert klar: „Wir wollen unser Einkommen am Markt erwirtschaften.“ Für die Zukunft rechnet er mit einem weiteren Wachstum der Betriebe. Ohne Investitionen geht es nicht. „Der technische Fortschritt macht keinen Halt“, betont Riggert. „Der Rat ist, sich nicht auf die Politik und andere zu verlassen, sondern auf den Markt und den Verbraucher. Die Politik kann sich schnell verändern.“

Von Gerhard Sternitzke

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