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Bauboom hält in Uelzen an, aber...

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Von: Norman Reuter

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Der Betonmischer dreht sich noch. Aber Bauunternehmer wie Horst Saevecke blicken mit Spannung auf die nächsten Monate. Er mag noch nicht sagen, wie es in einem halben Jahr um die Branche steht.
Der Betonmischer dreht sich noch. Aber Bauunternehmer wie Horst Saevecke blicken mit Spannung auf die nächsten Monate. Er mag noch nicht sagen, wie es in einem halben Jahr um die Branche steht. © Panthermedia/Ba_peuceta

Sie dauert länger, als alle hofften: die Corona-Pandemie, mit der für Menschen wirtschaftlich schwierigere Zeiten anbrachen. Inzwischen bereiten auch Lieferengpässe von Materialien Sorgen, damit verbunden sind höhere Preise.

Uelzen – Welche Folgen hat das für das Immobiliengeschäft in der Region? Zögern Menschen inzwischen zu bauen? Die AZ hat nachgefragt.

Matthias Untz, Makler in Uelzen, Gutachter und Dozent für den Immobilienverband IVD, sagt: „Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen. Gerade in der Pandemie werden sie als Rückzugs- und Komfortzone verstanden.“ Aber er weiß auch: „Die Menschen stoßen so langsam an ihre Grenzen.“ Seit Jahren würden die Preise für Immobilien nur eine Richtung kennen – nach oben. Erschwerdend hinzu kämen jetzt die gestiegenen Preise für Materialien, wenn noch renoviert werden müsse.

Zwar seien in Uelzen und Umgebung noch Grundstücke wie Häuser im Vergleich zu den Metropolen günstiger zu haben, aber inzwischen würden auch hier Preise aufgerufen, mit denen sich die Menschen – trotz derzeit niedriger Zinsen – langfristiger verschuldeten. „Da müssen in der Familie schon zwei gut verdienen“, so Untz. Es bleibe abzuwarten, wie die weitere Entwicklung sei, vor allem auch bei den Zinsen.

Steine, Beton, Holz – all das ist inzwischen teurer geworden. Horst Saevecke ist Bauunternehmer und Obermeister der Innung des Bauhandwerks Uelzen/Lüchow-Dannenberg. Aus Altbeständen seien die Auftragsbücher aktuell noch voll, sagt er. Grund ruhig zu bleiben, ist das aber für ihn nicht. „Wir wissen genau: die Löhne in der Branche steigen. Die Materialpreise gehen hoch.“ Nicht abzusehen sei, ob sich die Lage verstetige oder die Wende komme. „Das ist eine schwierige Situation, weil wir jetzt nicht wissen, wo wir in einem halben Jahr stehen und wie dann das Verhalten von Bauwilligen ist.“

Saevecke will aber nicht schwarzmalen. Er kann auf viele Jahre als Bauunternehmer in Uelzen zurückschauen, und hat auch erlebt, dass bei einem Stottern der Baubranche die Preise wieder fielen.

Aus dem Kreis der Baumärkte ist vom Uelzener Obi zu erfahren: Die Nachfrage nach Baumaterialien besteht nach wie vor. Wer baut oder renoviert, müsse aber mitunter längere Lieferzeiten in Kauf nehmen, berichtet die Obi-Markt-Leiterin Beatrix Pastrik-Aly. Besonders auf vieles, was zur Gestaltung von Gärten benötigt werde, müsse länger gewartet werden. Kunden müssen mitunter auch tiefer in die Tasche greifen. Wobei Schwankungen festzustellen seien, so Pastrik-Aly: „Es gibt keine Preisstabilität.“

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