Nach dem Willen der Politik soll es jetzt Schlag auf Schlag gehen

Autobahn 39: „Baubeginn 2018 realistisch“

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Die Delegation aus dem Kreis Uelzen am Donnerstagabend beim parlamentarischen Abend der IHK in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin.

Berlin/Uelzen. „Es wäre ein wichtiges Signal an Bevölkerung und Wirtschaft, wenn wir im Jahr 2017 oder 2018 den ersten Spatenstich hinbekommen“, sagte Enak Ferlemann, zuständiger Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

„Einen Baubeginn im Jahr 2018 sehe ich als realistisch an“, bekräftigte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Worte, die die Uelzener unter den rund 200 Gästen beim Parlamentarischen Abend in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin am Donnerstagabend gerne hörten. Eine starke Abordnung aus dem Kreis hatte sich auf dem Weg in die Bundeshauptstadt gemacht, unter ihnen Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, Landrat Dr. Heiko Blume, Bad Bevensens Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer und Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar.

Der Zeitpunkt für die Veranstaltung der Industrie- und Handelskammern Braunschweig, Magdeburg, Schwerin sowie Lüneburg-Wolfsburg war nicht zufällig gewählt: In der Woche vor Ostern soll der erste Entwurf des Bundesverkehrswegeplans dem Kabinett vorliegen.

Noch nie hatte sich ein so breites überregionales Bündnis für das Gesamtprojekt stark gemacht. Und an der Bedeutung der A 39 für Niedersachsen ließ auch Stephan Weil keinen Zweifel: „Es ist ein spannender Wirtschaftsraum, den wir so erschließen können, mit dem Hamburger Hafen am einen und der Region Braunschweig/Wolfsburg am anderen Ende. Von diesen Polen im Norden und Süden wird auch der Raum dazwischen profitieren und Impulse bekommen.“ Der Ministerpräsident rief sogar einen Wettbewerb aus, wer es am schnellsten schafft, seinen Lückenschluss zu vollenden – die Macher der A 14 oder der A 39.

Doch Weil mahnte auch eine sorgfältige Planung an, die auch bei Klagen vor Gericht standhalten müsse: „Denn es gibt bekanntlich eine fachlich versierte und sehr engagierte Minderheit gegen das Projekt“, sagte er mit Hinweis auf die gut organisierten Autobahngegner in der Region.

Und dann ist ja in Niedersachsen noch der kleine Koalitionspartner, der von der Autobahn 39 gar nichts hält. Wie er die Grünen von einer zügigen Umsetzung des Projektes überzeugen will, verriet der Ministerpräsident nicht. „Das Geld ist da und manche Bundesländer sind dann stärker und andere schwächer bei der Umsetzung“, sagte dazu Enak Ferlemann vieldeutig. Die Länder müssten eben ihre Planungskapazitäten erweitern – Weil räumte Defizite ein: „Da müssen wir nachziehen.“

Skepsis kam auch von Hubertus Kobernuss, Vizepräsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg. „Wir sind absolut frustriert“, sagte der Spediteur aus Uelzen. Wirtschaftsunternehmen würden nur in die Region kommen, wenn die Infrastruktur vorhanden sei. Auch für Touristen gebe es viele lohnende Ziele, „aber die müssen auch zu erreichen sein“. An einen Spatenstich schon im nächsten Jahr mag er nicht glauben: „Dazu fehlt dem Land Niedersachsen das Personal für die Planung“.

Von Thomas Mitzlaff und Christian Wohlt

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