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Uelzener Bauausschuss empfiehlt Park-and-Ride-Anlage am Hundertwasser-Bahnhof

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Von: Lars Lohmann

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2020 wurde das alte Parkhaus an der Kaiserstraße abgerissen
2020 wurde das alte Parkhaus an der Kaiserstraße abgerissen. Als Ersatz soll jetzt ein Parkplatz mit 282 Stellplätzen auf dem Gelände gebaut werden. © Koch, Michael

Der Bauausschuss der Hansestadt Uelzen ist jetzt dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hat den bei Park-and-Ride-Anlage am Hundertwasser-Bahnhof in abgespeckter Form empfohlen. So gibt es keine Überdachung.

Uelzen – Grünes Licht aus dem Bauausschuss gibt es jetzt für den Bau der Park-and-Ride-Anlage auf dem Gelände des abgerissenen Parkhauses am Uelzener Hundertwasser-Bahnhof. Das Gremium hat jetzt mehrheitlich den Bau in der Sparversion empfohlen.

Maximal sind laut Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky 282 Plätze möglich. Zudem empfehle die Stadtverwaltung auch aufgrund der derzeitigen Wirtschafts- und Haushaltslage, auf optionale Elemente bei dem Parkplatz zu verzichten. Darunter würden auch Lärmschutz und Sichtschutzwände fallen, falls diese nicht gesetzlich erforderlich sind. Da müsse die Stadt noch ein Lärmschutzgutachten abwarten, so Stefansky. Die Pläne der Stadt hätten ansonsten auch vorgesehen auf einem Drittel der Fläche Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Auf der restlichen Fläche sind Baumpflanzungen vorgesehen, als Ausgleichsmaßnahme.

Dem konnte der Ausschuss weitestgehend folgen. So sprachen sich die Mitglieder mehrheitlich mit sechs zu vier Stimmen aus, auf eine Photovoltaikanlage zu verzichten. Mit einer Einschränkung. „Eine Überdachung mit Photovoltaik sollte es nur dann geben, wenn es einen Investor gibt, der die Kosten übernimmt“, erklärt Hans-Jürgen Heuer (CDU).

Wohingegen Judith Libuda (Grüne) kritisiert, dass die Stadt noch dieses Jahr den Bauantrag stellen will, um eine Gesetzesänderung in Niedersachsen zu umgehen. Diese sieht vor, dass ab 1. Januar Photovoltaikanlagen verpflichtend sind, wenn ein Parkplatz mit 50 oder mehr Stellplätzen gebaut wird. „Das ist klimapolitisch kontraproduktiv“, sagt sie über das Vorgehen der Stadt und den Verzicht auf Photovoltaik.

Beim Lärmschutz gibt Wilfried Teichmann zu bedenken, dass es Versprechungen gegenüber den Anwohnern gegeben habe, die nicht einfach beiseite gewischt werden sollten.

Auch auf ein Fahrradparkhaus wird vorerst verzichtet. Laut Stefansky wird die Stadt aber eine Freifläche dafür vorsehen. „Wir wollen aber zunächst das Gutachten zum Fahrradparken abwarten“, so der Stadtbaurat.

Außerdem wird die Stadt dem Investor, der auf dem ursprünglich geplanten aber aus Kostengründen verworfenen Parkhaus eine Photovoltaikanlage betreiben wollte, Ausweichflächen zur Verfügung stellen müssen. Dazu sei die Stadt vertraglich verpflichtet, so Stefansky. Schulen und Verwaltungsgebäude böten aber genügend Möglichkeiten.

Die abgespeckte Version des Parkplatzes kostet rund 2,66 Millionen Euro. Falls Lärm und/oder Sichtschutz erforderlich wird, kommen rund 355 000 Euro hinzu.

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