Erste Pflegeschüler aus Bosnien und Serbien beenden Ausbildung

Vom Balkan in die Hansestadt

Schulleiterin Bettina Stach mit zwei ihrer Pflegeschülern vom Balkan: Elmir Ganic (links) und Rusmir Valjevac (rechts).
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Schulleiterin Bettina Stach mit zwei ihrer Pflegeschülern vom Balkan: Elmir Ganic (links) und Rusmir Valjevac (rechts).

Uelzen – Rund drei Jahre hat es gedauert, doch nun stehen die beiden Bosnier Elmir Ganic und Rusmir Valjevac kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Pflegefachkraft für Altenpflege.

Ganic und Valjevac sind zwei von insgesamt acht Schülern vom Balkan, die auf der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) in Uelzen diese Ausbildung in Kürze als erster Jahrgang beenden.

Hintergrund ist ein Programm des Ausbildungsverbundes Pflege, mit dem der Arbeitskräftemangel in Uelzen durch Bewerber aus dem Ausland ausgeglichen werden soll. „Im kleinen Uelzen bewegen wir was“, zeigt sich Dieter Ruschenbusch, Leiter der Uelzener DAA-Zweigstelle, zufrieden.

Auch Elmir Ganic und Rusmir Valjevac sind zufrieden – nicht nur mit der Ausbildung und der Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch mit Uelzen im Ganzen. „Ich mag die Leute, die sind sehr locker drauf“, meint der 34-jährige Rusmir Valjevac. Dem 50-jährigen Elmir Ganic gefiel vor allem der Hundertwasser-Bahnhof: „Ich war damals sehr beeindruckt von dieser Architektur.“

Seit 2017 wohnen beide in Uelzen. Vor allem das Klima sei zwar eine Umstellung gewesen, sagt Rusmir Valjevac, da in Bosnien mehr die Sonne scheine, aber er habe sich schnell daran gewöhnt. Beide Schüler haben daher vor, in Uelzen zu bleiben. Er spiele in Bevensen Fußball und Schlagzeug in einer Band, sagt Valjevac. „Das waren die Faktoren, die mir ein Gefühl von Zuhause gegeben haben.“ Auch Elmir Ganic habe schon neue Bekannte und Freunde gefunden.

Die Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, sei getroffen worden, „um eine bessere Sicherheit für meine Familie zu schaffen“, so Ganic. Hintergrund sei „die politische Unsicherheit in meinem Heimatland“, in dem große Korruption herrsche, so der studierte Jurist Ganic. „Dann sucht man einen Ausweg.“

Die Heimat und die Familie zu verlassen, sei beiden trotzdem schwer gefallen. „Das war der schwierigste Moment in meinem Leben, meinen Sohnemann da zu lassen“, sagt Rusmir Valjevac. Inzwischen lebe sein Sohn aber bei ihm in Bevensen. Auch laut Ganic war es „der schwierigste Punkt, ohne Familie klarzukommen.“

VON DANIEL BIELING

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