Bald funkt’s im Kreis Uelzen

Bis Ende 2011 will Vodafone so gut wie alle Haushalte im Kreis Uelzen mit schnellen Internet-Zugängen versorgen.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Alle zehn „weißen Flecken“ bei der Versorgung mit schnellen Internetverbindungen im Kreis Uelzen sollen bis Ende 2011 beseitigt werden. Diesen Zeitplan nannte Marlis Kämpfer, Leiterin der Wirtschaftsförderung „Uelzen aktiv“, gestern angesichts des geplanten Breitband-Ausbaus in der Region durch das Unternehmen Vodafone. Bis dahin werde „die überwiegende Mehrheit der Haushalte mit mindestens zwei Megabit pro Sekunde im Internet surfen können, wahrscheinlich sogar mit mehr“, sagte sie.

Wie berichtet, hat Vodafone die Ausschreibung für den Internet-Ausbau im „Heidecluster“, den Landkreisen Uelzen, Lüneburg, Soltau-Fallingbostel und Lüchow-Dannenberg, gewonnen. Neu ist, dass der Telekommunikationsanbieter auch bei der Versteigerung der Hochgeschwindigkeits-Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur zu den Gewinnern gehört. „Mit diesen beiden Entscheidungen ist die bessere Versorgung der Haushalte im Landkreis Uelzen mit schnellem Internet in greifbare Nähe gerückt“, erklärte Kämpfer erfreut.

Zwar werde es auch nach 2011 vereinzelte Häuser im ländlichen Raum geben, die noch nicht mit schnellem Internet erschlossen sind. Doch weil im Kreis Uelzen überwiegend eine Funkversorgung und nur vereinzelt eine kabelgebundene Lösung geplant sei, werde das Funknetz über die „weißen Flecken“ hinausreichen. „Wir rechnen deshalb damit, dass eine hohe Prozentzahl der Haushalte abgedeckt ist“, erklärt Kämpfer.

Zur Sicherstellung der Versorgung will Vodafone in den nächsten Monaten fünf neue Funktürme errichten und 17 bestehende Türme aufrüsten. Die Standorte sind indes noch nicht bekannt. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Glasfaserstrecken werden auch sechs Kilometer neue Leitungen verlegt.

Pro angeschlossenem Haus werden für Vodafone mehr als 400 Euro Kosten entstehen. Die Gesamtsumme für die Schaffung schneller Internetverbindungen beträgt 3,1 Millionen Euro. Davon bilden rund 1,63 Millionen Euro die so genannte Wirtschaftlichkeitslücke, also die Differenz zwischen den Investitionskosten von Vodafone und den erwarteten Einnahmen durch die Kunden. Der Kreis gewährt einen Zuschuss von 205 000 Euro, hinzu kommen Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II.

Die Haushalte müssen sich an den Investitionskosten nicht beteiligen. Auf sie kommen nur die gewöhnlichen Gebühren für den Internet-Anschluss und die Nutzung zu. Vodafone habe zugesagt, seinen Kunden die bundesweit geltenden Tarife anzubieten und keinen Aufschlag für Nutzer im ländlichen Raum zu erheben, betonte Kämpfer.

Sie betrachtet den geplanten Breitband-Ausbau als „sehr positiv für uns im ländlichen Raum“. Dass die von Vodafone angekündigte rasche Erschließung mit dem Erfolg bei der Versteigerung der Funkfrequenzen zusammenfalle, sei „der zweite Glücksfall“, so Kämpfer.

Erfreut zeigte sich auch Landrat Theodor Elster. Der Kreis habe den Breitband-Ausbau „seit eineinhalb Jahren als Top-Aufgabe angepeilt“, sagte er. „Das ist Schlüssel-Infrastruktur.“

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