Google-Kamerafahrzeug in Uelzen unterwegs / Suchmaschinen-Anbieter: „Privatsphäre nicht beschnitten“

Bald Fotos „oben ohne“ im Netz?

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Seit gestern auch in Uelzen unterwegs: Der Kamerawagen von Google Maps an der B 71 Richtung Groß Liedern. Laut einem Sprecher des Suchmaschinen-Betreibers fährt das Fahrzeug den Landkreis ab, um geänderte Fahrbahnführungen zu erfassen.

Uelzen. „Oben ohne“ im Vorgarten oder am Kopf kratzend auf dem Gehweg – fotografiert und für alle Welt sichtbar im Internet festgehalten von Google. Aufnahmen der weltweit größten Suchmaschine haben bereits mehrfach für Kritik gesorgt, besonders bei Datenschützern. 

Viele Betroffene haben im Nachhinein das Unkenntlichmachen ihrer Aufnahmen gefordert (AZ berichtete). Gestern war nun ein Kamerafahrzeug der Google Deutschland GmbH auch im Landkreis Uelzen unterwegs.

Ein Google-Sprecher versicherte auf AZ-Nachfrage, dass die Privatsphäre der Uelzener durch das Abfahren des Spezialfahrzeugs mit Hamburger Kennzeichen von Uelzener Landes- und Bundesstraßen sowie Ortschaften nicht beschnitten würde. Bei den Fahrten handele sich um das Erfassen von Daten für Google Maps und nicht für Google Street View, hieß es weiter.

Im Gegensatz zu Google Street View würden bei Google Maps keine Fotografien von Straßen vorgenommen, betont der Unternehmenssprecher. Die Kameratechnik auf dem Dach des Fahrzeugs, das derzeit im Landkreis Uelzen unterwegs ist, unterstütze zwar die Street-View-Technik, es würden jedoch keine solchen Panorama-Aufnahmen der Straßen sowie von angrenzenden Häusern und Grundstücken gemacht, erläutert der Sprecher des Suchmaschinen-Betreibers.

Die Kameras erfassen laut Google geänderte Fahrbahnführungen, neu aufgestellte und geänderte Straßenschilder sowie Straßennamen. Die hochmoderne Kameratechnik sei mittlerweile so ausgereift, dass dies schnell und einwandfrei funktioniere, heißt es seitens Google Deutschland.

Im Kreis Uelzen seien vorerst keine Google-Street-View-Aufnahmen geplant. Google hatte diesen Dienst bis Ende des Jahres 2010 in Deutschlands 20 größten Städten eingeführt. Vor dem Start des umstrittenen Straßenbilderdienstes, der detaillierte Aufnahmen von Straßenzügen und Häusern zeigt, konnten betroffene Hausbesitzer und Mieter vier Wochen lang Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen ihrer Wohnungen einlegen. Zwar sind grundsätzlich auch danach Widersprüche möglich. Die Bilder würden laut Google dann aber zunächst veröffentlicht.

Weitere Kritik gegen den Dienst hagelte es, da die Kameratechnik in einer Fahrzeughöhe angebracht worden ist, in der Hecken und Zäune, die als Sichtschutz gedacht sind, umgangen werden.

Google Maps ist ein Dienst von Google, der es ermöglicht, Orte, Hotels und andere Objekte zu suchen, um deren Position dann auf einer Karte oder auf einem Bild der Erdoberfläche (Satelliten- und Luftbilder) anzuzeigen.

Google Street View ist ein so genannter Zusatzdienst zum Kartendienst Google Maps und dem Geoprogramm Google Earth. Bei Street View werden Ansichten in 360-Grad-Panoramabildern aus der Straßenperspektive dargestellt. Es handelt sich quasi um eine virtuell begehbare Straßenkarte.

Von Michael Koch Uelzen

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