Keine Sanierung wegen Bauarbeiten der Bahn

Bahnhof-Unterführungen in Uelzen: „Gruseligster Ort der Stadt“

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Auch Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt fühlt sich beim Gang durch die Unterführungen am Bahnhof nicht wohl. Ein Sponsor wollte die Durchgänge aufwerten, doch die Sanierung der Brücken durch die Bahn macht dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.

Uelzen. Beschmierte, dunkle Backsteinwände und eine düstere Decke aus Stahlbeton sind alles, was der Fußgänger sieht. Es ist helllichter Tag, doch Licht kommt in den Unterführungen am Hundertwasser-Bahnhof keines an.

Beim Gang durch die Tunnel beschleicht Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt ein mulmiges Gefühl: „Das ist der gruseligste Ort in der Stadt.“.

Wenn es nach ihm ginge, würde sich dort etwas ändern. Die Verwaltung hatte sogar einen Sponsor gefunden, der die Durchgänge sanieren wollte. Die Wände sollten geweißt werden, Lampen die Tunnel hell erleuchten. An den Wänden sollten Schaukästen für Plakate angebracht werden. Im Zuge der Sanierung hätte zum Beispiel auch ein Radweg entstehen können.

Der Plan stand, doch dann hat die Deutsche Bahn die Stadt Ende August darüber informiert, dass sowohl die Brücke in Richtung Sternstraße als auch die zur Bahnhofstraße saniert werden soll. Zwar beginnen die etwa einjährigen Baumaßnahmen erst im Frühling 2022 beziehungsweise 2023, doch: „Wenn die Hansestadt Uelzen bei der Erneuerung der Brücken für sich Verbesserungen erreichen möchte, muss sie dafür ein ‘Verlangen’ aussprechen“, erklärt Stadtsprecherin Janin Thies. Das besagt das sogenannte Eisenbahnkreuzungsgesetz.

Das sieht vor, dass die Stadt die gesamten Baukosten vorfinanzieren müsste – und die betrügen pro Brücke rund zwölf Millionen Euro. „Ich hoffe, die Bürger haben Verständnis dafür, dass wir das nicht tun könnten“, sagt Markwardt. Auch könne man vorher nicht kalkulieren, wie hoch der Kostenanteil für die Hansestadt am Ende tatsächlich ausfällt, denn bereits kleine Maßnahmen könnten sich auf die Gesamtstatik der Brücke auswirken.

Vorerst ist also kein Licht für die Unterführungen in Sicht, denn wegen der geplanten Brückensanierung in gut zwei Jahren macht es für den Sponsor wenig Sinn, am jetzigen Zustand etwas zu ändern. „Vielleicht macht es der Sponsor, wenn die Arbeiten der Bahn beendet sind“, hofft Markwardt. Doch das sei Zukunftsmusik.

Von Sandra Hackenberg

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