Dramatischer Einbruch der Besucherzahlen / Stadt und Mieter führen heute Gespräch

Hundertwasser-Bahnhof ist ein Sorgenkind

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Die Besucher des Bahnhofs kommen aus aller Welt, wie Ariane Schmäschke anhand der Gästebuch-Eintragungen zu berichten weiß.

Uelzen. Er zählt zu den wenigen Hundertwasser-Bauwerken in der Welt: Der Uelzener Bahnhof. Mit seinen goldenen Kugeln, den Mosaiken fasziniert er Besucher. Über viele Jahre lockte er so auch tausende Touristen an – doch jetzt ist der Bahnhof zum Sorgenkind geworden.

Anke Steffen, Leiterin der Stadt- und Touristinformation der Hansestadt Uelzen, berichtet im Ausschuss für Stadtmarketing und Tourismus: „Im Bahnhof gehen die Zahlen dramatisch zurück. “ Heute sitzen deshalb Vertreter des Vereins „Bahnhof 2000“ und Mieter von Läden mit Steffen zusammen. Es geht um die künftige Vermarktung des Bahnhofs als Tourismus-Attraktion in Uelzen. Noch ein Jahr wie das vergangene dürfe es nicht geben, sagt Ariane Schmäschke vom Bahnhofs-Verein auf AZ-Anfrage: „Wir sind in Sorge. “.

Der Verein „Bahnhof 2000“ hatte in den 1990er-Jahren das Konzept für den Umbau des Bahnhofs im Stile Hundertwassers entwickelt, unterhält einen Projektladen mit Souvenirs im Bahnhof und organisiert auch Führungen durch das Bauwerk – vor allem während der Urlaubersaison. 2017 sei „das schwärzeste Jahr seit Projektbeginn“ gewesen, so Schmäschke. In den Anfangszeiten besuchten rund 20.000 Menschen jährlich den Bahnhof. Auf konstantem Niveau hätten sich die Zahlen zuletzt bewegt – 2016 wurden 6200 Besucher gezählt; im zurückliegenden Jahr dann der Einbruch von einem Drittel der Besucher – 4100 waren es schließlich noch. Und das bedeutet Einbußen: „Jeder Besucher lässt im Schnitt 10,60 Euro bei uns“, sagt Schmäschke.

Das Wetter allein könne nicht ursächlich für das Rekordtief sein, sagt die Vereinsvertreterin. Es habe diesbezüglich auch andere schwierige Jahre gegeben, in denen es nicht zu einem solchen Einbruch gekommen sei. „Ist womöglich der Bahnhof nicht mehr so attraktiv für Touristen?“, fragt Schmäschke. Der Verein und Mieter sehen Handlungsbedarf. Die Besucherzahlen sind nicht das Einzige, das sie im Bahnhof umtreibt.

Von Lars Lohmann und Norman Reuter

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