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Neue Ausstellung ab Mitte Dezember – Café Lässig und Bäcker schließen

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Von: Theresa Brand

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Der Erhaltungszustand des Hundertwasser-Bahnhofs.
Am Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen ist zur Zeit viel im Umbruch. Bei den Mietern stehen Wechsel an, eine geplante Ausstellung soll Touristen anziehen. © dpa/Philipp Schulze

Am Hundertwasser-Bahnhof soll sich einiges ändern. Im Januar schließen das Lässig und der Backshop. Bereits im Dezember soll eine neue Ausstellung eröffnen, um den Bahnhof attraktiver zu machen.

Uelzen – „Deutsche Bahnhöfe sind in der Regel versiffte Gebäude – da geht Uelzen ja noch.“ Wirklich positiv klingen die Worte von Raimund Nowak im Betriebsausschuss für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing nicht. Und zunächst sieht es auch nicht so aus, als gebe es Grund zur Freude, denn ab dem 15. Januar werden auch das Café Lässig und der angrenzende Backshop endgültig ihre Tore schließen. Doch es soll sich etwas tun im Uelzener Hundertwasser-Bahnhof, und zwar bald.

„Nur durch mehr Touristen bleibt so ein Bahnhof wirtschaftlich haltbar“, betont Nowak in der Ausschusssitzung. „Doch dafür brauchen Sie mehr als Reiseverkehr.“ Der Bahnhof als solches werde im Laufe der Zeit durch Online-Buchung an Bedeutung verlieren, führt Nowak weiter aus. Doch die Hundertwasser-Architektur, an der es Stand jetzt wenig Sanierungsbedarf gebe, mache den Bahnhof zu etwas Besonderen. Um den Bahnhof weiterhin attraktiv für den Tourismus zu gestalten, gebe es für ihn nur eine Möglichkeit: „Wir brauchen das Thema Hundertwasser. Alles andere wird nie dazu führen, dass Besucher von außerhalb kommen.“

Ein erster Schritt in diese Richtung soll eine Ausstellung sein, die ab dem 15. Dezember im Bahnhof zu sehen ist. Sie trägt den Titel „More about Hundertwasser“ und wird bis Juni kommenden Jahres in Uelzen bleiben. Die Kosten in Höhe von 30 000 Euro werden laut Nowak von einem Sponsor getragen. Nach einer ersten Phase bis Februar, in der im Bahnhof parallel diverse Baumaßnahmen stattfinden werden, solle das Projekt evaluiert werden. Bis Juni werde dann entschieden, ob eine Verlängerung sinnvoll sei. Der Eintritt für die Ausstellung soll kostenfrei sein, bis auf Führungen, für die ein Entgelt fällig werde.

Außerdem hat die Deutsche Bahn laut Uelzens ersten Stadtrat Florian Ebeling bekannt gegeben, dass in den Backshop beim „Lässig“ in Zukunft eine andere Bäckerei einziehen wird. Welche das ist, wurde noch nicht öffentlich gemacht, doch geplant sei eine Erweiterung des Aufenthaltsbereichs. Dort, wo der ehemalige Ticketschalter war, wird die Bundespolizei ihren Standort erweitern. Die weitere Vermietungslage gestalte sich hingegen schwierig: „Das ist nicht die Innenstadt. Wer will da rein, wenn er nichts verdient?“, erklärt Ebeling. Die Hoffnung sei jetzt, dass mit dem Ende der Bauarbeiten auch der Bahnhof insgesamt attraktiver werde.

Nowak betont mehrfach, dass eine tragfähige und angemessene Organisation für den Bahnhof unabdingbar sei. Der Verein „Bahnhof 2000“ sei alleine nicht tragfähig. „Es braucht eine gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, denn der gehört das Gebäude. Es braucht gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die 15 000 Euro im Jahr dazugibt. Und mit den wirtschaftlichen Akteuren, die Mieter im Bahnhof sind“, betont er. Um diese zu erreichen, müsse es einen Beirat mit allen Akteuren geben, denn „der Verein darf kein Satellit irgendwo da draußen sein.“ Auch beim Thema Reinigung sei wichtig, dass die Bahn ihrer Verantwortung nachkomme.

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