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Anonym zugespielte Skizzen: Bahn dementiert Trassen-Vorentscheidung

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Von: Lars Becker

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Deutsche Bahn Gueterzug
Deutsche Bahn © Oliver Berg

Dem UWG-Kreistagsabgeordneten und parteilosen Landtagskandidaten Andreas Dobslaw sind im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover nach eigenen Angaben anonym zwei Skizzen zugespielt worden. Diese beziehen sich auf den Bahnhof Suderburg und einen Brücken-Ersatzneubau über die K9, ohne dass aber ersichtlich wäre, auf welchen der aktuell diskutierten Trassenverläufe (bestandsnah oder -fern) sie sich beziehen.

Uelzen/Landkreis - Andreas Dobslaw spricht nun in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) von „sehr konkreten und schon präzisen Bauplanungen, die in ihrem Planungsvolumen eigentlich erst nach einer abschließenden Entscheidung für eine konkrete Route zu erwarten gewesen wären.“ Er schließe daraus, „dass es entgegen der Ausführungen der DB bereits intern eine Entscheidung für den Bau der Neubautrasse durch den Landkreis Uelzen gegeben hat.“ Das sei in Summe geeignet, Misstrauen in die DB, aber auch in die Bundespolitik zu generieren.

Dobslaw fordert Wissing zu einer „belastbaren Aussage“ auf und fragt, ob der Minister sein Wort geben könne, dass sich die Bahn an die Vorgaben aus dem Bundesverkehrswegeplan halte.

Die AZ hat die Deutsche Bahn gestern mit den beiden Skizzen konfrontiert und gefragt, woher diese stammen, welche Rückschlüsse daraus zu ziehen seien und ob deren Existenz tatsächlich eine Vorentscheidung für eine Trassenführung von Radbruch bis Suderburg durch den Uelzener Stadtforst darstelle. Eine Sprecherin des Konzerns erklärte daraufhin, dass beide Skizzen tatsächlich im Rahmen des „intensives Austausches mit Kommunen und Behörden in der Region“ gezeigt worden seien. „Es handelt sich aber nicht etwa um Ergebnisse, sondern um Arbeitsstände unserer Fachleute, die grundsätzlich viele Alternativen gleichberechtigt und ergebnisoffen prüfen.“ Solche Pläne gebe es im Rahmen der Untersuchung für alle Varianten. „Es lassen sich daraus keinesfalls Rückschlüsse ziehen, dass wir in der Planung weiter fortgeschritten sind. Vielmehr sind wir bemüht zu zeigen, dass wir alles untersuchen. Wir wollen die Menschen nicht nervös machen, Unruhe zu stiften ist nicht unser Ansinnen.“ Daher sei es bedauerlich, dass Entwürfe und Skizzen kursierten. Unverändert würden die Grundvarianten bestandsnaher Ausbau, bestandsnaher Ausbau mit Ortsumfahrungen und bestandsferner Neubau untersucht. „Ende des Jahres zeigen wir hoffentlich Pläne und Karten – jetzt ist es dafür noch zu früh“, so die Sprecherin. ecke

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