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Badue: Wasser komplett abgelassen - Vorwürfe ärgern Schümann

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Von: Lars Becker

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Blick ins Badeland Uelzen (Badue), wo aktuell Sanierungsarbeiten laufen.
2800 Kubikmeter Wasser sind im Badue (hier ein Archivfoto) abgelassen worden, um nicht chloren und umwälzen zu müssen. Binnen zehn Tagen könnte das Bad wieder starten. © Stadtwerke Uelzen

Die Stadtwerke begründen das Ablassen des Wassers im Badue damit, dass man sich so die tägliche Aufbereitung spare. Vorwürfe, man wolle mit der Schließung des Bades nur Kosten sparen, ärgern Geschäftsführer Schümann.

Uelzen – Mehrheitlich erfahren die Stadtwerke Uelzen nach eigenen Angaben Verständnis für ihre Entscheidung, das Badue vorsorglich geschlossen zu haben. Es gibt aber nach wie vor auch kritische Töne. Jetzt meldeten sich Leser dazu, dass im Hallenbad drei Tage nach der Schließung das Wasser aus den Becken abgelassen worden ist. Daraus schlussfolgern sie, dass die Stadtwerke kein Interesse daran haben, das Badeland so zügig wie möglich wieder zu öffnen, und werfen dem Unternehmen vor, die Öffentlichkeit bewusst nicht darüber informiert zu haben.

„Die tägliche Wasseraufbereitung inklusive Chlorung, Umwälzung und Reinigungsarbeiten wäre notwendig, wenn wir das Wasser in den Becken lassen würden. Mit Blick auf die Prognosen im Dezember und der vorhersehbaren Schließung über einen längeren Zeitraum haben wir das Wasser am 27. Dezember abgelassen“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht.

„Auch wir sehnen diesen Tag herbei“

Es fänden aktuell keine Sanierungsarbeiten statt, man nutze die Zeit aber für anstehende Arbeiten wie die Wartung der Pumpen. „Wir sind in der Lage, das Bad binnen etwas mehr als einer Woche bis maximal zehn Tage wieder komplett in Betrieb zu nehmen“, so Albrecht.

Und Markus Schümann, Geschäftsführer der Stadtwerke, betont: „Es ist der konkrete Plan, nach Beendigung dieser Ausnahmesituation alle Einrichtungen unverzüglich in den Normalbetrieb zu überführen. Dazu gehört auch die sofortige Aufnahme unseres Bäderangebotes. Auch wir sehnen diesen Tag herbei. Der bislang kommunizierte Plan der Bundesregierung ist es jedoch, den Ausbreitungszeitraum der Pandemie auszudehnen und damit zu entzerren, um somit die Belastungsgrenzen der Infrastrukturen nicht zu überschreiten. Dies würde bedeuten, dass dieser Zustand noch bis mindestens März anhalten würde.“

„Solche Aussagen sind für mich unverständlich“

Schümann, der sich über ein vorbildliches Impfverhalten der Mitarbeiter freut, sagt weiter: „Was weh tut, ist der Vorwurf, wir wollten hier irgendwelche Kosten sparen. Solche Aussagen sind für mich unverständlich – insbesondere im Hinblick auf den Aufwand, den wir im vergangenen Jahr betrieben haben, um möglichst vielen Kindern das Schwimmen beizubringen, oder auch der Einrichtung des Testzentrums, um den bequemen Zugang zum Bad zu ermöglichen. Unser Motto ist und bleibt ,Besser Vorsicht als Nachsicht!‘ Und wenn wir nach Beendigung der pandemischen Ausnahmesituation sagen können, dass das alles nicht notwendig war und wir übervorsichtig agiert haben, dann bin ich darüber überglücklich.“

Es sei ihm bewusst, dass die Schließung des Badue von einigen Menschen als Einschränkung empfunden werde. „Wir müssen uns als kritischer Infrastrukturdienstleister faktisch mit allen Maßnahmen auf diese prognostizierte pandemische Ausnahmesituation vorbereiten. Diese Prognose ist auch mit möglichen Ausfällen in der Energie- und Wasserversorgung verbunden. Um genau dies zu verhindern, sorgt der Krisenstab der Stadtwerke für die Einhaltung aller behördlicher Vorgaben und die Umsetzung aller geforderten Krisen- und Notfallpläne, wie zum Beispiel die Vereinzelung der Mitarbeitenden. Die Wissenschaft erwartet den Stresstest für die Infrastrukturen nach aktuellem Stand im Februar“, so der Geschäftsführer. Nicht umsonst werde politisch die Reduzierung der Quarantänezeit für Mitarbeitende in kritischen Infrastrukturen diskutiert.

„Anordnung zur Schließung wäre kommunikativ einfacher gewesen“

Bundesländer wie Thüringen und Sachsen hätten vorsorglich ihre Bäderanlagen geschlossen. „Sicherlich wäre eine behördliche Anordnung zur Schließung des Badue kommunikativ einfacher gewesen, das ist aber nicht unser Verständnis von verantwortungsvollem Handeln, wenn wir einen Blick auf die rasante Ausbreitungsgeschwindigkeit der Omikron-Variante in Norddeutschland werfen“, so Schümann.

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