SPD-Kreistagsfraktion fordert Untersuchung auf MRSA

Badeseen kaum belastet: „Unter Grenzwerten“

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Mit solchen Behältern werden Wasserproben aus Gewässern genommen. Sechsmal wurden im vergangenen Jahr Hardausee und Oldenstädter See auf Fäkalkeime beprobt.

Uelzen/Landkreis. Der Fund von multiresistenten Keimen in verschiedenen Gewässern in Niedersachsen hat jetzt auch die Kreispolitik auf den Plan gerufen.

Die SPD-Kreistagsfraktion will eine schnellstmögliche Untersuchung der wichtigsten Fließgewässer sowie der Badeseen wie etwa dem Oldenstädter See, dem Hardausee oder dem Baggersee in Rosche. 

Da von den Keimen bei entsprechender gesundheitlicher Disposition der Badenden große Gefahren ausgehen können. „Aus Gründen der Fürsorge hält es die SPD-Fraktion für unabdingbar, mögliche Gefahren zu erkennen und offenzulegen“, heißt es im Antrag. Zudem solle die Bevölkerung entsprechend gewarnt werden, damit sie präventiv handeln kann.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Uelzen überprüft und überwacht laut Kreissprecher Martin Theine regelmäßig zwischen dem 15. Mai und dem 15. September die beiden offiziellen Badegewässer Hardausee und Oldenstädter See. Dazu gehört neben einer Gefährdungsanalyse des Sees auch die Begehung der Badestellen. „Außerdem werden in festen Intervallen Wasserproben genommen“, erklärt Kreissprecher Theine – 2017 ist das sechsmal geschehen. Untersucht wird die Belastung mit den Fäkalkeimen Escheria coli und Intestinale Enterokokken. Die Überprüfung auf multiresistente Keime hat hingegen bislang nicht stattgefunden, da hierzu laut Theine keine gesetzliche Verpflichtung besteht.

Da die Messwerte keine besonders hohe Belastung mit den Fäkalkeimen aufzeigen, habe es bislang noch keinen Anlass gegeben, die Gewässer weitergehend zu untersuchen. „Im vergangenen Jahr lag die Bakterienkonzentration deutlich unter den Grenzwerten“, so Theine. Das Landesgesundheitsamt habe dem Wasser der beiden Badeseen daher eine ausgezeichnete Qualität bescheinigt.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN), der für Fließgewässer im Landkreis zuständig ist, teilt auf AZ-Nachfrage mit, dass „die Untersuchung auf Mikroorganismen nicht Teil des Umweltmonotoringprogrammes des NLWKN ist.“ Somit werden Ilmenau, Stederau, Gerdau, Wipperau und Schwienau nicht auf eine Keimbelastung untersucht. Das zuständige Umweltministerium hat aber laut NLWKN-Sprecher Achim Stolz den Landesbetrieb beauftragt, die Messergebnisse an den zwölf Fundstellen von multiresistenten Keimen zu überprüfen. Im Raum stehe auch eine Untersuchung weiterer Gewässer.

Von Lars Lohmann

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