Von Woche zu Woche

Nachlassen? Für sie ein Fremdwort!

Zusammen mit der Polizei, den Rettungsdiensten sowie dem THW bilden sie die Speerspitze unserer gesellschaftlichen Sicherheit. Sie opfern ihre Freizeit und riskieren oft Leib und Leben, um in Not Geratenen zu helfen. Die vergangenen Tage beweisen einmal mehr: Ohne die Freiwillige Feuerwehr können wir einpacken.

Michael Koch

Als Anfang Juni Katastrophenalarm ausgelöst wurde, weil das Hochwasser das Wendland und die Altmark bedrohten, standen sie Gewehr bei Fuß. Sie trotzten der Hitze, schufteten tagelang und waren mit ihrem Fachwissen gefragte Gäste in den Hochwasser-Regionen. Natürlich auch am Donnerstag und Freitag waren sie beim bisher größten Unwetter 2013 im Landkreis Uelzen nahezu pausenlos im Einsatz.

Noch einmal zur Erinnerung: Die Kameradinnen und Kameraden machen das freiwillig! Anstatt im Trockenen zu sitzen, pumpen sie vollgelaufene Keller aus, räumen tonnenschwere Bäume von der Straße, schneiden Menschen aus Autowracks und haben die Strahlrohre fest im Griff, wenn die Flammen lodern.

Jede Wette: Keiner wird sich derzeit erdreisten, die Arbeit, den Einsatz und den Nutzen der Freiwilligen Feuerwehr in Frage zu stellen. Aber wie sieht das in einem Monat oder in einem Jahr aus? – Wenn die Keller trocken und die Deiche geflickt sind. Werden dann wieder die Stimmen jener Personen laut, die sparen wollen – und das auf Kosten der Feuerwehr? Wie viele Leben können durch eine – zugegeben teure – Wärmebildkamera gerettet werden? Muss bei Menschenleben da überhaupt diskutiert werden? Wie viel ist uns Ausrüstung, Ausbildung und Arbeitseinsatz unserer freiwilligen Brandbekämpfer wert?

Wir sollten keinen einzigen Tag nachlassen. Nachlassen, uns diese Fragen zu stellen. Denn die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr tun es auch nicht – das lesen wir jeden Tag in der AZ: Nachlassen ist für sie ein Fremdwort!

michael.koch@az-online.de

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze / phs-foto.de

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