Henning ist der Junior im Nindorfer Moschusochsen-Gehege

AZ-Online-Only: Schweizer Bulle kommt in den Norden

+
Ein Naturschauspiel, das in Norddeutschland nur im Wildpark Lüneburger Heide beobachtet werden kann: Bei Rangordnungskämpfen krachen die Moschusochsen-Bullen Per und Lars mit voller Wucht mit ihren Köpfen zusammen.

Nindorf-Hanstedt. Henning heißt der Neue in der reinen Männer-WG der Moschusochsen im Wildpark Lüneburger Heide. Der einjährige Bulle ist den langen Weg aus dem Tierpark Dählhölzli in der Schweiz in die Lüneburger Heide gereist, um das Gehege der Moschusochsen zu komplettieren.

Moschusochse Henning wagt den ersten Schritt vom Transporter in sein neues Gehege. Die lange Fahrt aus dem Berner Tierpark Dählhölzli hat er gut überstanden.

Bisher teilten sich drei Tiere die großzügige Anlage: Lars (4), Per (3) und Hajo (2) war die Aufregung anzumerken, als der Neuankömmling die ersten vorsichtigen Schritte aus dem Transporter in sein neues Zuhause wagte. Henning ist bereits der zweite Bulle, den Wildpark-Juniorchef Alexander Tietz aus dem befreundeten Park nahe Bern bekommen hat. Hennings großer Bruder Hajo ist schon im vergangenen Jahr nach Nindorf gekommen. Begegnet sind sich die beiden Geschwister vorher allerdings noch nie. Henning wurde erst geboren, nachdem Hajo schon sein neues Zuhause im Norden gefunden hatte. „Moschusochsen sind ungeheuer schöne und interessante Tiere“, sagt Alexander Tietz. „Ein besonderes beeindruckendes Schauspiel ist es, wenn die älteren Bullen ihre Rangordnungskämpfe vollführen.“ Mit gesenkten Köpfen rasen Lars und Per dann frontal aufeinander zu und prallen mit ihren Stirnen mit voller Wucht aufeinander. Vor schweren Kopfverletzungen geschützt sind sie dabei durch eine zentimeterdicke Hornschicht. Bei den beiden Jungtieren wird es noch einige Zeit dauern, bis sich dieser Schutzpanzer ausgebildet hat. Mit etwa sechs Jahren sind sie geschlechtsreif. Der Wildpark Lüneburger Heide ist der einzige Tierpark in ganz Norddeutschland, der seinen Besuchern Moschusochsen präsentiert. In freier Natur leben die Tiere in größerer Zahl vor allem in Grönland, Kanada und Sibirien. Kleinere Herden gibt es auch in Norwegen und Schweden. Bis zu 400 kg wiegen die männlichen Tiere. Sie werden 2,50 Meter lang und können eine Schulterhöhe von 1,50 Metern erreichen. Ihren Namen verdanken die Moschusochsen im Grunde einem doppelten Irrtum: Die Tiere werden heute zur Gattung der Ziegenartigen gezählt, sind also keine Ochsen, wie der lateinische Name ovibus moschatus uns glauben machen will. Und den moschusartigen süßlichen Duft verbreiten die Männchen nur in der Paarungszeit, wenn sie eine spezielle Substanz in ihren Urin abgeben. Eine eigene Moschusdrüse, wie etwa der Moschushirsch, besitzen die Moschusochsen nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare