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Autofreie Zone in Uelzen: Politik ist wieder am Zug

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Von: Norman Reuter

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Freie Fahrt oder doch eine Sperrung? Über die autofreie Zone in der Innenstadt an den Sommer-Wochenenden wird Ende des Monats debattiert.
Freie Fahrt oder doch eine Sperrung? Über die autofreie Zone in der Innenstadt an den Sommer-Wochenenden wird Ende des Monats debattiert. © Reuter, Norman

Kommt noch mal eine autofreie Zone in Uelzen an den Sommer-Wochenenden? Vergangenes Jahr hatte es die Premiere gegeben. Der Ball liegt wieder im Feld der Kommunalpolitik. Sie berät erst nach den Osterfeiertagen darüber. 

Uelzen – Diese Faustformel lässt sich gut merken: Von Ostern bis Oktober soll Uelzens Innenstadtkern jeweils an den Wochenenden eine autofreie Zone sein. So hat es die Politik 2020 beschlossen. Jetzt steht in wenigen Tagen Ostern an und damit eigentlich auch die Sperrung der Marktstraßen an den Wochenenden. Aber zurzeit ist noch unklar, ob und wann es gegebenenfalls nach der Premiere der autofreien Zone im vergangenen Jahr zu einer Neuauflage kommt.

Der Ball liegt nach Auskunft der Stadtverwaltung wieder bei der Politik: Und sie wird erst Ende des Monats über die autofreie Zone an Sommerwochenenden beraten. Heißt: Nach Ostern passiert zunächst einmal nichts.

Der Bauausschuss werde sich in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. April, des Themas annehmen, so Stadtsprecherin Ute Krüger. „Aspekte wie die Umfrage des Handelsvereins, die Baustellensituation in der Innenstadt oder Möglichkeiten eines Kulturangebotes fließen in Diskussion und Entscheidung mit ein“, sagt sie.

Umfrage, Baustellen und Kulturangebote – das alles gehört zur Gemengelage, wenn es um die autofreie Zone geht. Ende Februar hatte der Handelsverein Uelzen die Ergebnisse einer eigenen Umfrage zu den Wochenendsperrungen der Marktstraßen veröffentlicht. Er hatte mit „Gastronomen, Ärzten, Apotheken, Rechtsanwälten, Banken, Handwerksbetrieben und Dienstleistern aller Art“ gesprochen, um zu erfahren, wie sich die autofreie Zone im vergangenen Jahr ausgewirkt hat. 74 Unternehmen erklärten demnach, dass sich die Wochenendsperrungen negativ ausgewirkt hätten. 89 sprachen sich gegen eine weitere Auflage der autofreien Zone aus.

Die Stadt reagierte auf die Umfrage, indem sie das Gespräch mit dem Handelsverein suchte. Das hat inzwischen auch schon stattgefunden, wie die Vorsitzende des Vereins, Gabriele Cordes-Marschall, berichtet. Sie habe aus der Unterhaltung mitgenommen, dass es in diesem Jahr wohl keine Sperrungen geben solle. Zentrales Thema war dabei auch die Baustellen-Situation.

Seit letztem Herbst wird an der Neugestaltung des Busbahnhofs am Rathaus und am neuen Kreisverkehr an der Dieterichsstraße gearbeitet. Es ist ein Baufeld, das nicht durchfahren werden kann und direkt am Start der Marktstraßen auf südwestlicher Seite liegt. Händler in den Marktstraßen haben wegen der Baustelle auch schon Alarm geschlagen, weil die Kundschaft ausblieb. Gebaut wird auch auf der Bahnhofstraße, dort kommt es zum Brücken-Neubau. Eine Durchfahrt vom Stern in Richtung Innenstadt und umgekehrt ist zurzeit nicht möglich.

Es war die UWG im Rat, die die Idee der autofreien Zone aufbrachte, und dafür eine Mehrheit fand. Argumentiert wurde vor allem mit dem störenden Verkehr, wenn im Sommer die Menschen in den Außenbereichen der Gaststätten, Kneipen und Eisdielen sitzen.

Die UWG weiß um die Baustellen-Situation in der Innenstadt, wie der Fraktionsvorsitzende Ralf Munstermann sagt. Sollte es den Vorstoß geben, dieses Jahr die autofreie Zone wegen der Arbeiten auszusetzen, und nächstes Jahr noch einmal einen Anlauf zu unternehmen, dann werde man dies „akzeptieren“.

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