Ausweis fälschen für die Kneipe

Jabelmannhalle, Uelzen

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Der Personalausweis, den der junge „Mann“ am Eingang einer Uelzener Szenegaststätte dem Türsteher vorzeigte, sollte belegen, dass der Gast bereits volljährig war und nachts durch die Kneipen ziehen durfte. Doch der Kontrolleur war misstrauisch, der Besucher erschien ihm deutlich jünger. Er rief die Polizei, die überprüfte die Personalien – und die Beamten hatten schnell Gewissheit: Der nächtliche Partygänger war gerade mal 14 Jahre alt, seinen Personalausweis hatte er gefälscht. Die Eltern mussten den Jungen nachts von der Uelzener Wache abholen.

Dass Minderjährige ihren Ausweis manipulieren, um ihre Volljährigkeit vorzutäuschen, kommt in Uelzen immer häufiger vor: „Wir haben in jüngster Zeit vermehrt derartige Urkundenfälschungen“, sagt Matthias Schwarck, Leiter der Abteilung Jugendkriminalität bei der Polizei Uelzen. Als Konsequenz wollen die Ermittler bei ihren nächtlichen Kontrollen verstärkt die Ausweispapiere unter die Lupe nehmen – so auch heute Nacht, wenn Schüler der KGS Bad Bevensen in der Uelzener Stadthalle zur Abi-Vorfreude-Party einladen.

Bei den bisher bekannt gewordenen Betrugsversuchen manipulieren die Mädchen und Jungen die letzte Ziffer des Geburtsjahres. „Das ist zum Teil sehr geschickt gemacht, den darüber klebenden Tesafilm sieht man gerade im schummrigen Eingangsbereich nur sehr schwer“, schildert ein Ermittler.

Was vielen jungen Leuten offenbar nicht klar ist: „So eine Manipulation erfüllt den Straftatbestand der Urkundenfälschung“, erläutert Schwarck. Die Konsequenz ist eine Strafanzeige und die Sicherstellung des Ausweises. Außerdem werden die Eltern noch in der Nacht informiert.

„Jugendliche sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Verantwortlichen der Discotheken und Gaststätten die Veränderungen auf den Ausweisen nicht bemerken“, erklärt Schwarck: „Die bereits bekannt gewordenen Fälle zeigen vielmehr, dass sehr genau kontrolliert wird.“

Dazu sind sie auch verpflichtet: Denn Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz ziehen auch für die Kneipiers empfindliche Strafen nach sich.

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