Aussteigekarten an Bord

Coronavirus: Uelzener Eisenbahngesellschaft für den Ernstfall gerüstet

An Bord sind nun sogenannte Aussteigekarten deponiert worden. Um bei einem Ernstfall nachvollziehen zu können, wer im Metronom-Zug war, sollen Fahrgäste Angaben zu ihrer Person machen.
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An Bord sind nun sogenannte Aussteigekarten deponiert worden. Um bei einem Ernstfall nachvollziehen zu können, wer im Metronom-Zug war, sollen Fahrgäste Angaben zu ihrer Person machen.

Uelzen – Gut 120.000 Menschen steigen täglich in Züge der Uelzener Eisenbahngesellschaft Metronom.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in Deutschland sind Mitarbeiter per Dienstanweisung darüber informiert worden, was sie zu beachten haben, sollte es an Bord einen Verdachtsfall geben. Das berichtet Metronom-Sprecher Björn Pamperin auf Anfrage.

Björn Pamperin sagt: „Es gibt eine Checkliste.“ An ihr würden sich die Mitarbeiter im Fall der Fälle orientieren. Unter anderem würde abgeklärt, ob Fahrgäste einschlägige Symptome zeigen, die zur Infektion passen.

Nach Angaben von Pamperin greift im Ernstfall eine Meldekette. Zuständig sei für Metronom dann die Bundespolizei, die über weitere Maßnahmen entscheide. Im schlimmsten Fall würde die Zugfahrt unterbrochen. Pamperin erklärt, dass die jetzt getroffenen Maßnahmen auf Notfallplänen aufbauen würden, die ohnehin für Krisenfälle erarbeitet worden seien.

Um im Ernstfall nachvollziehen zu können, wer mit dem Zug unterwegs war, befinden sich inzwischen sogenannte Aussteigekarten an Bord. Darin sollen Fahrgäste eintragen, wo sie zugestiegen sind und was ihr Zielbahnhof ist. Um sie kontaktieren zu können, sollen sie zudem Wohnanschrift und Telefonnummern notieren. Solche Aussteigekarten waren zunächst für den internationalen Flugverkehr eingeführt worden (AZ berichtete).

Die Metronom-Züge werden regelmäßig gereinigt, das erfolgt zumeist nachts im Bahnwerk. Es gibt zudem, so erklärt Björn Pamperin, mobile Reinigungsteams an Bord von Zügen, die neben dem Leeren von Mülleimern Haltestangen und die Eingangsbereiche abwischen würden. Zugreisenden wird geraten, dass sie ihre Hände nach Ende einer Fahrt waschen.

Das Robert-Koch-Institut weißt im Zusammenhang mit dem Coronavirus immer wieder auf die Bedeutung der Handhygiene hin. „Auf den Zugtoiletten befinden sich Desinfektionsmittel-Spender“, berichtet Björn Pamperin. Das Unternehmen habe außerdem sichergestellt, dass auch weiterhin ausreichend Reinigungs- und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

VON NORMAN REUTER

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