Radiostimme in der Hörzeitung

Außergewöhnliche Verstärkung: ffn-„Morgenmän Franky“ spricht Beitrag für Uelzener Hörzeitung ein

+
Für einen Tag hat das Team der Uelzener Hörzeitung Verstärkung bekommen: ffn-Radiomoderator Franky spricht einen AZ-Bericht ein. Insgesamt 18 sogenannte Aufleser gibt es zurzeit, unter ihnen die zwölfjährige Leonie und Imke Selditz.

Uelzen – Das gibt es auch nicht alle Tage: ffn-Morgenmoderator Franky hat einen AZ-Bericht vor sich liegen und spricht ihn ins Mikrofon. So entsteht eine Aufnahme – und zwar nicht fürs Radio, wie angenommen werden könnte. Es ist ein Beitrag für die Uelzener Hörzeitung.

Seit 2011 bietet eine Gruppe Ehrenamtlicher einen besonderen Service für Blinde und Sehbehinderte in der Region an: eine gesprochene Fassung der AZ, die auf CD gebrannt per Post oder auch als Audio-Datei online verschickt werden kann.

Ingeborg Hennings-von der Ohe aus Suhlendorf, die ihr Augenlicht verlor, hat die Hörzeitung aus der Taufe gehoben. Sie weiß: Nicht jeder mit Sehbehinderung hat einen Angehörigen, der ihm die Berichte vorlesen kann. „Dank der Hörzeitung erfahren wir, was lokal vor Ort passiert“, so Hennings-von der Ohe.

Imke Selditz ist eine von derzeit 18 Ehrenamtlichen, die die Texte einlesen: Dafür braucht es Technik. Und Selditz musste nun Ersatz beschaffen für einen in die Jahre gekommenen Laptop, der zum Einsprechen benötigt wird. Bezahlt hat ihn der Radiosender ffn, denn Selditz bewarb sich bei der Aktion „ffn zahlt deine Rechnung“ und wurde gezogen. Die Rundfunkleute wurden zugleich auf das Projekt aufmerksam.

Im AZ-Verlagshaus kam es am Dienstag zum Treffen von ffn-Moderator Peter-Michael Zernechel und „Morgenmän Franky“ mit Auflesern und Nutzern der Hörzeitung.

Für eine der nächsten Ausgaben der Hörzeitung liest Franky den AZ-Bericht über einen Besuch des sehbehinderten Karl Hanstedt aus Bad Bevensen ein, der jüngst ein Spiel des Fußballclubs Werder Bremen erleben konnte. Der Verein bietet eine Livekommentierung für Menschen mit Sehbehinderung an.

Der Morgenmoderator Franky steht täglich vor dem Mikrofon. Die Ehrenamtlichen der Hörzeitung hatten sich in ihre „Arbeit“ einzufuchsen.

Es werden für sie Seminare angeboten, bei denen sie Aussprache und Atmung trainieren können, berichten die Aufleser. Viele sind auch schon seit Jahren dabei.

Mit Leonie Vorwald hat das Team auch ganz jungen Nachwuchs. Leonie ist zwölf Jahre alt, sie spricht Terminankündigungen und Veranstaltungen bei der Hörzeitung ein. Die Aufgabe bereitet ihr Freude: „Es ist schön, für andere Gutes zu tun“, sagt sie.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare