Anträge auf Ganztagsschulen gestern Abend abgelehnt

Ein Ausschuss auf Irrfahrt

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Eltern aus Oldenstadt und Holdenstedt protestierten gestern Abend bei der Sitzung des Schulausschusses.

Uelzen. Eine breite Mehrheit als deutliches Signal für die Einrichtung von Ganztags-Grundschulen in Uelzen hatte Bürgermeister Jürgen Markwardt gestern Abend in einem eindringlichen Appell an die Mitglieder des städtischen Schulausschusses eingefordert.

Doch die städtische Kommunalpolitik trennte sich schließlich im Streit. Für keinen der beiden Anträge auf die Einrichtung von Ganztagsschulen gab es eine Mehrheit. Und so wird in knapp zwei Wochen der Stadtrat wohl nicht mit der vom Bürgermeister erhofften breiten Brust „eine der wichtigsten Entscheidungen für die Stadt seit langem“ (Markwardt) treffen.

Dabei ist sich die Kommunalpolitik eigentlich einig, dass zum Schuljahr 2016/2017 Ganztags-Grundschulen in Uelzen eingerichtet werden sollen. Knackpunkt ist jedoch die Frage, welche Schulen von Anfang an dabei sind.

Die Politik ist in dieser Frage gespalten, Bürgermeister Markwardt präsentierte deshalb gestern dem Schulausschuss einen Kompromissvorschlag: Man solle mit der Sternschule, der Lucas-Backmeister-Schule, der Hermann-Löns-Schule sowie der Grundschule Oldenstadt beginnen.

CDU und Grüne aber wollen sich zunächst auf die drei Schulen der Kernstadt (Stern, Backmeister, Löns) konzentrieren, Oldenstadt aber außen vor lassen. Und sie sind sich sicher, durch Zustimmung kleinerer Parteien sowie mindestens zwei SPD-Abweichlern für diese Vorgehensweise bei der Stadtratssitzung eine Mehrheit zu bekommen.

Von ihrem „parteiübergreifenden Antrag“ wollten CDU und Grüne trotz eindringlicher Worte des Bürgermeisters, doch noch einen Kompromiss zu finden, nicht abweichen. Damit zogen sie sich den Zorn zahlreicher Eltern aus Oldenstadt und Holdenstedt zu, die ihre Grundschulen abgehängt sehen. Der parteiübergreifende Antrag wurde schließlich ebenso abgelehnt wie der Kompromissvorschlag des Bürgermeisters – doch im Stadtrat am 16. März werden die Mehrheitsverhältnisse andere sein. Und so scheint wahrscheinlich, dass es vorerst nur Ganztags-Grundschulen in der Uelzener Kernstadt geben wird – und die Grundschulen in den Ortsteilen vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Von Thomas Mitzlaff

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