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Ausnahmezustand in Uelzens Kneipenszene: Mehrere Polizeibeamte angegriffen und verletzt

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Handschellen eines Beamten neben dem Polizeiauto (Symbolbild)
Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Widerstand, Tätlichen Angriff, Beleidigung, Landfriedensbruch, Gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Parallel wurden die Vorfälle durch den Einsatz der Bodycams gesichert. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand / dpa / Symbolbild

Selbst bei den bekannten Problemen in Uelzens Kneipenszene an Wochenenden, markieren die Ereignisse von diesem Wochenende, 13. und 14. August 2022, einen traurigen Höhepunkt. Was ist passiert?

pm Uelzen. Auslöser eines gefährlichen Solidarisierungseffekts von eigentlich zunächst unbeteiligten Dritten in der Nacht zu Sonnabend in Uelzens Innenstadt war die Festnahme eines bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getretenen 22 Jahre alten Uelzeners.

Weil der Mann bereits aufgrund einer Vielzahl von Vorfällen, unter anderem verschiedenen Körperverletzungs- und Aggressionsdelikten, Sachbeschädigungen, Diebstahl sowie Beleidigungen in den vergangenen Monaten negativ auffiel, hatte die Polizei gegen den Mann für die Wochenendnächte zur Gefahrenabwehr und Verhinderung erneuter Straftaten ein Aufenthalts- und Betretungsverbot in und um Uelzens Kneipenszene erwirkt. Dieses gilt noch bis einschließlich Oktober. Auch wurde gegen den Mann ein generelles Waffenbesitzverbot (auch für erlaubnisfreie Waffen) rechtskräftig ausgesprochen.

Polizeibekannter 22-Jähriger ignoriert bewusst Aufenthalts- und Betretungsverbot

Dennoch wurde der Mann jetzt in den Nachtstunden zu Sonnabend, 13. August, im Umfeld der Uelzener Kneipenszene zunächst an der Uelzener Gudesstraße gegen 1.30 Uhr angetroffen. Er verstieß damit bewusst gegen das Aufenthaltsverbot und wurde des Platzes verwiesen.

Gegen 3.20 Uhr wurde der Mann laut Polizei dann am Schnellenmarkt vor einer Musikkneipe erneut im Bereich des Betretungsverbots festgestellt. Der 22-Jährige zeigte sich aggressiv, deshalb waren zwei Streifenwagenbesatzungen vor Ort, um den Platzverweis durchzusetzen. Der 22-Jährige widersetzte sich dem Platzverweis, die Beamten nahmen den Mann zur Durchsetzung in Gewahrsam. Dabei leistete der Uelzener massiv Widerstand, schlug und trat nach den Beamten, die den Uelzener zu Boden bringen konnten.

Andere Kneipengänger greifen Polizisten bei Festnahme an

Dann kam es zu den verstörenden Szenen: Aus dem Umfeld der Kneipenszene bildete sich eine größere Menschenmenge von mehreren Dutzend Personen, aus der heraus die eingesetzten Beamten angepöbelt, beleidigt und angespuckt wurden. Parallel wurden Becher und Gläser in Richtung der Beamten geworfen, sodass weitere Polizeibeamte zur Unterstützung im Einsatz waren. Parallel wurde der Einsatz von Pfefferspray angedroht. Aufgrund der Handgreiflichkeiten wurden insgesamt fünf Polizeibeamte leicht verletzt.

Der 22-Jährige wurde zur Durchsetzung des Aufenthaltsverbotes in Gewahrsam genommen. Ein weiteres Ordnungsverfahren wurde neben dem Strafverfahren wegen Widerstandes eingeleitet.

Damit hatte der Schrecken aber noch kein Ende: Nachdem die Einsatzkräfte der Polizei die Örtlichkeit verlassen hatten, kam es zu Körperverletzungsdelikten zwischen Gästen und Passanten, die Polizei war deshalb mit einer Vielzahl von Streifenwagen vor Ort. Als Polizeibeamte bei noch andauernden Auseinandersetzungen einschritten, solidarisierten sich die Parteien gegen die eingesetzten Polizeibeamten, sodass es erneut zu mehreren Widerstandshandlungen gegen die Polizeibeamten kam. Zwei aggressive Beschuldigte wurden kurzfristig in Gewahrsam genommen; zwei Polizeibeamte leicht verletzt.

Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Widerstand, Tätlichen Angriff, Beleidigung, Landfriedensbruch, Gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ein. Parallel wurden die Vorfälle durch den Einsatz der Bodycams gesichert. Die weiteren Ermittlungen zu den einzelnen Straftaten und Auswertungen der Bodycam-Aufzeichnungen dauern an.

Insgesamt waren in der Nacht mehr als ein Dutzend Polizeibeamte auch aus Lüneburg, Bad Bodenteich, Munster, der Bundespolizei sowie Diensthunde der Polizeidirektion Lüneburg im Einsatz.

Unbelehrbarer 22-Jähriger schlägt auch in der Nacht zu Sonntag zu

Damit aber immer noch nicht genug: In der Nacht zum Sonntag, 14. August, fiel der 22-Jährige dann erneut im Umfeld der Uelzener Kneipenszene auf. Nachdem Beamten den Mann in der Nacht im betreffenden Betretungsverbotsbereich antrafen, erhielt der Uelzener einen Platzverweis. Gegen 2.20 Uhr kehrte der Unbelehrbare erneut zu einer Kneipe an der Gudesstraße zurück, legte sich mit einem Türsteher an und schlug diesem ins Gesicht. Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam und leitete entsprechende Straf- und Ordnungsverfahren gegen diesen ein.

Zu den Vorfällen – gerade auch mit Bezug auf die Solidarisierungseffekte von verschiedenen Kneipengängern – macht die Polizei deutlich: „Wir verurteilen jedwede Gewalt gegen unsere Polizistinnen und Polizisten und alle anderen Einsatzkräfte aufs Schärfste. Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf den Staat und die gesamte Gesellschaft. Parallel sollte jeder sein eigenes Verhalten auch im alkoholisierten Zustand hinterfragen und sich nicht ,blindlings‘ unbeteiligt gegen polizeiliches Einschreiten solidarisieren.“

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