Wehr will gleichen Wissensstand der Kameraden / 260 Einsätze in zwölf Monaten

Ausbildung aus einem Guss

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Bei Übungen wie am Herzog-Ernst-Gymnasium in Uelzen bereiten sich die Einsatzkräfte auf Ernstfälle wie den Scheunenbrand in Hambrock im August vor.

Uelzen. Die Uelzener Ortswehr mit ihren derzeit 102 aktiven Einsatzkräften will im kommenden Jahr noch schlagkräftiger werden, wenn sie zu Bränden, Unfallorten oder zu Rettungseinsätzen gerufen wird.

Dazu soll die Ausbildung der Kameraden bei Dienstabenden weiter vereinheitlicht werden. Das kündigen der Ortsbrandmeister Reiner Seidel und sein Stellvertreter Jürgen Kaune im Gespräch mit der AZ an.

Erstmals waren Feuerwehrmänner 2015 auch im Flüchtlingseinsatz.

Die rund 100 Einsatzkräfte in der Uelzener Ortswehr sind zur besseren Koordinierung in drei Züge unterteilt. Bisher organisierten die Züge die Fortbildungen aus den eigenen Reihen. Nun soll es jeweils einen festen Ausbilder, beispielsweise für die Atemschutzträger, für alle Züge geben, erläutert Kaune. Dies führe dazu, dass alle Feuerwehrleute den gleichen Ausbildungsstand besitzen, so der stellvertretende Ortsbrandmeister. Die Dienstabende mit den Fortbildungen sind fester Bestandteil der Feuerwehrarbeit und bereiten die Kameraden auf die Einsätze vor. Im Jahr 2015 wurden Kräfte der Uelzener Wehr bislang 260 Mal alarmiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Einsatzzahl damit gestiegen. Eine Herausforderung war der 6. August. An diesem Tag erwarteten die Kräfte die heißesten Einsätze des Jahres. Erst musste an der Oldenstädter Straße ein Sechs-Familien-Haus wegen eines Brandes evakuiert werden, kurz darauf dauerte es Stunden, um ein Feuer in einem Resthof in Hambrock zu löschen.

In den vergangenen Monaten hatten die Feuerwehrmänner aber nicht nur Brände zu löschen, Menschen aus Autowracks zu retten oder Hilfestellungen bei Rettungseinsätzen des DRK zu leisten. Aktive wurden auch zu Einsätzen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise gerufen. Bei Ankünften von Sonderzügen mit Flüchtlingen am Bahnhof wiesen Feuerwehrmänner den Menschen den Weg zu den Bussen und stellten in Uelzener Turnhallen Betten für die Flüchtlinge auf. Kaune: „Kein Einsatz ist wie der andere. Wir wissen nie, was uns erwartet. Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die dann handeln. Das zählt.“

Von Norman Reuter

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