Erweiterung zum Schutz der Einsatzkräfte

Stichwort „Feuerkrebs“: Ausbau des Uelzener Wehr-Stützpunktes

Der Stützpunkt der Uelzener Wehr und der Kreisfeuerwehr an den Bartholomäiwiesen wird erweitert. Die Planungen stecken noch in den Kinderschuhen.
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Der Stützpunkt der Uelzener Wehr und der Kreisfeuerwehr an den Bartholomäiwiesen wird erweitert. Die Planungen stecken noch in den Kinderschuhen.

Uelzen – Wenn es brennt oder Menschen aus Unfallautos zu befreien sind, eilen Feuerwehrmänner und -frauen zu den Bartholomäiwiesen in Uelzen. Von dort rücken sie gemeinsam mit Fahrzeugen zu den Einsatzorten aus.

An der B191 haben die Uelzener Wehr und auch die Kreisfeuerwehr ihren Sitz. Der Stützpunkt soll erweitert werden. Anbauten und neue Gebäude entstehen, in denen auch Platz für zusätzliche Fahrzeuge vorhanden sein soll.

Reiner Seidel, Ortsbrandmeister der Uelzener Wehr, berichtet auf Nachfrage der AZ, dass die geplanten Bauten und zusätzlichen Fahrzeuge für mehr Sicherheit der Einsatzkräfte sorgen sollen. Er nennt das Stichwort „Feuerkrebs“.

Atemschutzträger wagen sich in brennende Häuser. Schadstoffpartikel setzen dabei auf die Kleidung ab. 

Atemschutzträger begeben sich in brennende Häuser. Die Atemmaske schützt sie, aber kleine Schadstoffpartikel setzen sich auf der Einsatzkleidung ab. Nach dem Einsatz rücken Kräfte gemeinsam in Fahrzeugen wieder ab: Und die Schadstoffe fahren mit. Ein Löschfahrzeug sei mitunter mit bis zu neun Kameraden besetzt, so Reiner Seidel. Krebserkrankungen bei Feuerwehrkräften haben den Gesetzgeber handeln lassen. Die Einsatzkleidung soll noch vor Ort gewechselt werden, schildert Seidel. „Das Benutzte wird dann luftdicht verschlossen“, so der Ortsbrandmeister weiter.

Um die Hygienevorgaben umsetzen können, brauche es ein Fahrzeug, Lagerkapazitäten – und im Stützpunkt an den Bartholomäiwiesen ist dafür kein Platz mehr. „Es ist eine große Anlage, aber wir sind inzwischen beengt“, so Seidel.

Die Kreisfeuerwehr hat auch Platzbedarf. Es würden weitere Fahrzeugstellplätze benötigt, zudem brauche es Lagerkapazitäten. „Darüber hinaus ist die Errichtung einer neuen Atemschutzwerkstatt vorgesehen“, so Kreissprecher Martin Theine. Auch hier spielen Hygienevorgaben eine Rolle: Räumlich soll das beim Einsatz verschmutzte Material vom frischen, verfügbaren Material getrennt gelagert werden.

Die Planungen für den Ausbau des Stützpunktes stecken noch in den Kinderschuhen. Angedacht ist, die Anlage in Richtung Autohaus und städtische Betriebe zu erweitern. Kostenschätzungen liegen noch nicht vor. Für das kommende Jahr sind aber im Haushalt der Hansestadt Uelzen 400 000 Euro für weitergehende Planungen vorgesehen. VON NORMAN REUTER

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