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Geldstrafe wegen Widerstands gegen Polizei und Beleidigung in Bad Bevensen

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Von: Theresa Brand

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Mann in Handschellen
Nur durch den Einsatz von Pfefferspray und Handschellen konnten Polizeibeamte im November die aufgeladene Stimmung in Bad Bevensen entschärfen. Gestern musste sich ein Mann wegen Widerstandes verantworten. © Agentur

Eine Frau ruft die Beamten der Polizei zu Hilfe: ihr Freund weigert sich, die Wohnung zu verlassen. Bei Ankunft der Polizisten reagiert er aggressiv und beleidigt die Beamten. Im Verlauf wird die Situation immer eskalativer.

Uelzen – Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, tätlicher Angriff und Gewalt gegen Amtsträger: All dies wird einem Mann am gestrigen Montag im Amtsgericht zur Last gelegt. Der Angeklagte wird am Ende des Verfahrens zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im November vergangenen Jahres setzt die Partnerin des Angeklagten einen Notruf ab, weil ihr Freund sich weigert, ihre Wohnung in Bad Bevensen zu verlassen. Beide sind stark alkoholisiert. Als zwei Beamte der Bevenser Polizei die Wohnung betreten, werden sie sofort angepöbelt. Sie fordern den Mann auf, die Wohnung zu verlassen, doch der hält vehement dagegen und besteht auf sein Besuchsrecht. Die Frau, die durch ihr Gebrüll die Situation immer wieder aufheizt, wird in das angrenzende Wohnzimmer geschickt. Als alle Ansagen wirkungslos bleiben, geht eine Polizistin vor die Tür, um Verstärkung anzufordern.

In der Zwischenzeit eskaliert im Flur die Situation: Der Angeklagte fühlt sich von der Taschenlampe des anderen Beamten gestört und geht mit zwei Schritten und erhobenem Zeigefinger auf ihn zu. Der Polizist zieht sein Pfefferspray und sprüht dem Mann ins Gesicht, doch dieser schlägt ihm den Arm zur Seite, sodass der Beamte auch selbst Reizgas abbekommt. Seine Kollegin kehrt in die Wohnung zurück und kann den Angeklagten dann endlich überreden, sich in den Garten zu begeben. Die Freundin des Angeklagten kommt mehrmals dazu.

Als die Verstärkung aus Uelzen eintrifft, weigert sich der Mann weiterhin, den Ort zu verlassen. Ihm wird mehrfach erklärt, dass er notfalls mit Gewalt vom Grundstück gebracht wird, doch er beleidigt die Polizisten weiter. Schließlich fordern diese ihn dazu auf, sich an die Wand zu stellen, damit sie ihn durchsuchen können. Zunächst kommt er der Aufforderung nach, verweigert dann aber die Durchsuchung. Er versucht sich zu befreien, sodass die Beamten ihn schließlich auf dem Boden fixieren und fesseln müssen. Dabei schafft der Mann es, seinen rechten Arm zu befreien und versucht die beiden zu schlagen.

Schlussendlich schaffen die Polizisten es, ihm Handschellen anzulegen und ihn in den Polizeiwagen zu bringen.

Der Angeklagte, der aus Siegen stammt, war bereits seit seiner Jugend mehrfach straffällig geworden. Von Körperverletzung über Drogenbesitz, Hehlerei, Diebstahl, Sachbeschädigung und der Einfuhr von Betäubungsmitteln ist alles dabei. Nach einer Haft macht er einen Entzug und ist seither unauffällig.

Im Verfahren entschuldigt sich der Angeklagte für sein Verhalten. Diese Tatsache, die lange Zeit ohne Strafen, sein hoher Alkoholpegel und die Situation mit der ebenfalls aggressiven Freundin führen dazu, dass das Urteil milder ausfällt. Die Staatsanwaltschaft fordert 90 Tagessätze, am Ende muss der Angeklagte deren 80 zu je 14 Euro (1120 Euro) zahlen.

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