Aufzug statt Metallrampe

Das Theater an der Ilmenau soll barrierefrei gestaltet werden – unter anderem durch eine schräge Ebene am Eingang und durch den Einbau eines Fahrstuhls im benachbarten Herzog-Ernst-Gymnasium. Die Arbeiten sind aber frühestens für 2012 geplant. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. Der Weg aus dem Ilmenau-Theater zur nächstgelegenen Behinderten-Toilette mutet für Rollstuhlfahrer abenteuerlich an. Zuerst müssen sie sich über eine Metallrampe neben dem Theater ins Freie begeben, danach den Hof des Herzog-Ernst-Gymnasiums (HEG) überqueren und schließlich über eine weitere Rampe in die Pausenhalle der Schule fahren, wo sich das Behinderten-WC befindet.

Nicht nur bei Regen seien das unzumutbare Bedingungen, meint Eckhard Meier, Abteilungsleiter des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg. „Ob man das als behindertenfreundlich bezeichnen kann, sei dahingestellt“, sagte er auf der jüngsten Sitzung des Uelzener Kulturausschusses. Daher sei die barrierefreie Erschließung des Theaters dringend erforderlich. Das neue Umbaukonzept stellte Meier jetzt dem Ausschuss vor.

Kernstück ist der Einbau eines Fahrstuhls, der alle drei Ebenen – Kellergeschoss, Theaterfoyer und -saal – miteinander verbindet. Den ursprünglichen Plänen zufolge sollte der Lift in der Nähe des Entlüftungsschachts im Atrium des HEG installiert werden. Doch davon ist das Gebäudemanagement inzwischen abgerückt. „Der Standort wäre für die Schule sehr ungünstig“, erklärte Meier.

Stattdessen soll der Fahrstuhl nun direkt neben den Treppen am Eingang zum Theatersaal eingebaut werden. Über eine Rampe können Rollstuhlfahrer dann ins Innere des Theaters gelangen. „Das wird zwar etwas teurer, aber funktional ist der Lift dort wesentlich besser geeignet. Nur an dieser Stelle laufen alle drei Gebäude-Ebenen zusammen“, sagte Meier.

Auch die Behinderten-Toilette soll versetzt werden. Die neuen Pläne sehen den Einbau in der ehemaligen Bücherei des HEG vor. Von dort sei es nicht weit bis zum Theater-Foyer, erläuterte der Abteilungsleiter. Nach ersten Schätzungen würde die Installation des Fahrstuhls 35 000 bis 40 000 Euro kosten, der Umbau der Behinderten-Toilette schlüge mit rund 15 000 Euro zu Buche, schätzt Meier. Die Baumaßnahme sei jedoch frühestens 2012 geplant.

Der vorgesehene Standort des Fahrstuhls hätte jedoch einen negativen Nebeneffekt: Der Lift würde direkt in den Ausstellungsraum des Kunstvereins im Theaterkeller führen. „Das wäre eine totale Entwertung des Raums und aus meiner Sicht nicht mit den Ausstellungen vereinbar“, kritisierte indes Bürgermeister Otto Lukat. Auch Ausschussmitglied Georg Lipinsky konnte sich mit dieser Lösung nicht anfreunden.

Darüber hinaus soll der Eingangsbereich des Theaters baulich verändert werden: Statt der Treppenstufen könnte das Gebäudemanagement dort beispielsweise eine schräge Ebene oder eine zweigeteilte Rampe für Rollstuhlfahrer schaffen. „Ob das die endgültige Lösung ist oder ob es noch andere Variante gibt, muss man aber noch mal überlegen“, sagte Meier. Unabhängig davon soll in diesem Jahr ein Windfang vor dem Theater-Eingang errichtet werden. Ebenso erhält der Bereich zwischen HEG und Theater neue Brandschutztüren.

Von Bernd Schossadowski

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