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Aufwertung der Ilmenau-Auen: Jetzt kommt es zu einer privaten Initiative

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Entspannter Aufenthalt in den Ilmenau-Auen: Senioren in den neuen Liegestühlen. Dahinter die Macher: Matthias Untz, Kirsten Untz, Tim Meierhoff und Göntje Schoeps (von links).
Entspannter Aufenthalt in den Ilmenau-Auen: Senioren in den neuen Liegestühlen. Dahinter die Macher: Matthias Untz, Kirsten Untz, Tim Meierhoff und Göntje Schoeps (von links). © Holzgreve

Es ist ein Schritt von privater Seite: DRK und die Initiative „Zuhause in Uelzen“ haben sechs Liegestühle in den Ilmenau-Auen aufgestellt. Damit verbunden ist auch der Wunsch an die Stadtväter, die Aufwertung der Wiesen jetzt anzupacken.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE
UND NORMAN REUTER

Uelzen – Es sind nur sechs Liegestühle. Aber die haben einen hohen Symbolgehalt. Vom DRK-Kreisverband und der Initiative „Zuhause in Uelzen“ in den Ilmenau-Wiesen nahe der Langen Brücke aufgestellt, stehen sie für eine Aufwertung der parkähnlichen Landschaft; für generationsübergreifende Erholung und Miteinander mitten in der Stadt. Und nicht zuletzt für den Wunsch der Beteiligten an die Stadtväter, nach der Zusage von Fördermitteln Ernst zu machen mit dem Ausbau und der Gestaltung dieses Quartiers.

Nach dem Aus für den Ilmenau-See richtete die Politik den Blick auf das kleine grüne Naherholungsgebiet und die Frage, wie dieses sich aufwerten lässt. 2018 befragten Ostfalia-Studenten Uelzener, was sie sich in den Ilmenau-Wiesen vorstellen können. Im Herbst 2019 stellte ein Büro für Stadtentwicklung aus Hamburg Ideen für die Gestaltung der Ilmenau-Auen vor. Vonseiten der Stadt heißt es jetzt: In diesem Jahr werde damit begonnen, das Gesamtkonzept zusammenzustellen. Dabei werde es auch um ein Beleuchtungskonzept gehen. Als erste große Maßnahme werde ab 2023 die Lange Brücke erneuert.

Es gehe nicht nur um die Instandhaltung von Anlagen und Wegen, meint Matthias Untz für die Initiative „Zuhause in Uelzen“. „Wir müssen die Aufenthaltsqualität mitdenken.“ Die Vitaltage in den Auen seien bereits erfolgreich gewesen. Jetzt will die Initiative vor den am 30. Juli beginnenden sommerlichen Vitaltagen bereits am 16. Juli ein Picknick auf den Wiesen anbieten. Es soll überdies Musik in den Auen geben und ein Zirkus soll nach Uelzen kommen. Die Ilmenau-Wiesen seien ein „wunderbares Geschenk“, das von vielen noch gar nicht genutzt würde.

Und auch der DRK-Kreisverband, der entlang der Ilme-nau-Wiesen 77 seniorengerechte Wohnungen gebaut hat und weitere 51 fertigstellen will, bemüht sich intensiv darum, weiteres Potenzial an der Ilmenau zu erschließen. Bereits im vergangenen Jahr hat es ein nachbarschaftliches Treffen, ausgerichtet vom Quartiersmanagement des DRK, gegeben, bei dem eine lange Ideen- und Wunschliste entstand.

Wichtig sei in jedem Fall, dass die Lange Brücke breiter als heute erneuert und für den Fahrradverkehr offen bleibt; dass es barrierefreie Zugänge zu den Auen gebe und deren Wege mit Beleuchtung ausgestattet würden, betont DRK-Quartiermanagerin Göntje Schoeps. „Wir haben hier einen Kindergarten, eine Schule, den Kreissportbund und unsere Anlagen. Wir sollten einen Ort der Begegnung schaffen, in dem Generationen sich kennenlernen“, sagt Schoeps.

Tim Meierhoff, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes, drängt aufs Tempo: „Dieses Kleinod mit seinem tollen Erholungswert muss genutzt werden.“ Zwar habe man Verständnis für die Verfahren und Beratungen in der Kommunalpolitik. „Aber es ist an der Zeit, sich um das Areal zu kümmern, um es zeitnah den Menschen von heute anbieten zu können.“

Gelder dafür sind vorhanden. Die Ilmenau-Wiesen gehören inzwischen zum Fördergebiet des Programms „Lebendige Zentren“. Nach Auskunft der Stadt stehen für das Grünband Ilmenau-Auen insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung. Berichtet wird von geplanten Spiel- und Freizeitsportanlagen, von Bänken, einer Beleuchtung, der Schaffung zusätzlicher Wegeverbindungen und weiterer Sichtachsen. Dass es noch nicht umgesetzt wurde, erklärt man im Rathaus damit, dass der Zuwendungsbescheid des Landes – die Voraussetzung, dass Fördergelder fließen können, – erst Ende 2021 eingetroffen sei.

Die Stühle stehen nun jedenfalls schon mal bereit; sie können von jedermann genutzt werden. Täglich von 8 bis 16 Uhr werden sie nahe der Langen Brücke bis über den Sommer hinaus zum Verweilen einladen. Finanziert vom DRK und von „Zuhause in Uelzen“ sind sie bedruckt – und vielleicht ein Symbol für die Zukunft. Denn: Die Stadt hat das Aufstellen genehmigt.

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