Aufstand der Anlieger

Uelzen - von Marc Rath. Knapp drei Monate nach der Einführung der Fußgängerzone in der Veerßer Straße sehen deren Anlieger die Testphase als gescheitert an. „Nahezu alle Geschäftsinhaber, Anwohner und Grundstückseigentümer aus dem Bereich zwischen Turmstraße und Rathauskreuzung unterstützen die Forderung, anstelle der Fußgängerzone eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten“, erklärt Hans-Jürgen Bertram für den Initiativkreis Veerßer Straße.

Der Initiativkreis hat nach eigenen Angaben bereits rund 50 zustimmende Erklärungen der betroffenen Anlieger eingeholt. In einem Appell an die Verwaltung und Kommunalpolitik fordern sie die „schnellstmögliche Aufhebung“ des Ratsbeschlusses für die Fußgängerzone. Der Appell stoße auf eine breite Resonanz und werde „auch überwiegend von den Geschäftskunden geteilt“, betont Bertram.

Die Unterzeichner befürworten stattdessen Fahrzeugverkehr in beiden Richtungen, bei dem Schrittgeschwindigkeit einzuhalten ist. Fußgänger sollen im gesamten Straßenraum gleichberechtigt sein. Zudem sollen 30 Stellplätze mit zeitlicher Begrenzung beidseitig auf den dafür gekennzeichneten Flächen zulässig sein.

Die Initiative fordert zudem das Weglassen sämtlicher Poller, aber die Beibehaltung von Sitzbereichen vor den Gastronomiebetrieben von April bis Oktober. Sitzbänke und Pflanzkübel könnten an geeigneten Stellen aufgestellt werden.

„Die Veerßer Straße muss wieder zu einer belebten Geschäftsstraße werden“, heißt in den Schreiben der Interessengemeinschaft an die Verantwortlichen der Stadt. Durch die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches „könnten unterschiedliche Interessen in Einklang gebracht werden“.

Baudezernent Karsten Scheele-Krogull räumt einen schleppenden Start der Testphase ein: „Es ist immer noch nicht die Belebung erreicht, die wir uns wünschen.“ Der oberste Planer der Stadt ist indes überzeugt, dass „es der richtige Weg ist, den wir beschreiten“. Scheele-Krogull kann sich „überhaupt nicht vorstellen“, dass dieser Versuch abgebrochen werden könnte: „Alle Fachleute sagen, dass solche gravierenden Änderungen eine Zeit brauchen, bis sie angenommen werden.“ Mindestens ein Jahr müsse man veranschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare