Aufräumen und Ermittlung in Klein Süstedt / Biohof will Arbeitsplätze erhalten

Bau-Pläne nach dem Brand

Die Überreste des Großbrandes auf dem Bauckhof in Klein Süstedt: Heute wurden letzte Brandnester gelöscht und die Aufräumarbeiten begannen. Biolandwirt Carsten Bauck und sein Team haben vor, wieder eine neue Schlachterei aufzubauen. Fotos: Baatani

Uelzen- Klein Süstedt . Der Geruch von Ruß liegt über dem Bauckhof in Klein Süstedt in der Luft. Aus den Trümmern der niedergebrannten Schlachterei von Biolandwirt Carsten Bauck am Eichenring steigt noch immer Rauch auf.

Nach dem Großfeuer von Donnerstagabend besteht bis Freitagmittag weiterhin die Gefahr, dass sich heißer Schaumstoff, der als Dämmmaterial in dem Gebäude verwendet worden war, erneut entzündet. Gegen zwölf Uhr löschen Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Klein Süstedt dann noch einmal letzte Brandnester.

Die ersten Trümmer sind schon beiseite geschafft: Vertreter der Stadtwerke und Mitarbeiter des Bauckhofes verschaffen sich einen Überblick.

Unterdessen haben schon am frühen Morgen die Räumarbeiten auf dem Gelände begonnen. „Aufräumen und wieder neu bauen, das ist das Ziel“, sagt Yanic Arndt, Betriebsleiter der Schlachterei und Vermarktung. Mit einem Bagger werden die verbrannten Gebäudereste beiseite geschafft. Der Brandermittler der Polizei untersucht verbranntes Material, Vertreter der Versicherung von Carsten Bauck reisen an und Mitarbeiter der Stadtwerke Uelzen überprüfen die Stromversorgung. Durch die Flammen sind nicht nur Warmwasser-Kollektoren mit dem Dach eingestürzt und zerstört, auch die Photovoltaikanlage auf dem benachbarten Bürogebäude und Hofladen ist beschädigt. Der Klein Süstedter Betrieb muss am Freitag zunächst ohne Strom auskommen. Bei Sonnenschein hat der Bauckhof sich mit der Solaranlage selbst versorgt und noch Strom abgegeben, berichtet Arndt.

Der Betrieb habe eine neue Heizungsanlage einbauen wollen. Als die letzten Schweißarbeiten erledigt wurden, hatte ein Funkenflug das Feuer entfacht, das sich auf dem Dämmmaterial in dem Gebäude schnell ausbreitete. Darin sieht auch die Polizei die Brandursache, bestätigt Pressesprecher Kai Richter. Arndt schätzt die Summe des Sachschadens noch höher ein, als, wie berichtet, von der Polizei angenommen: Der Sachschaden betrage sicherlich anderthalb bis zwei Millionen Euro, sagt Arndt. Hinzu komme der Betriebsausfall in den nächsten Tagen. „Das wird uns richtig treffen, wenn wir nicht alles schnell organisiert kriegen.“

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Das Nachbargebäude mit dem Hofladen ist verrußt und auch feucht geworden. Es muss von innen renoviert werden, aber größere Schäden blieben aus, da eine Brandschutzwand und der Einsatz von 178 Kräften der Feuerwehren, des DRK und des Technischen Hilfswerks ein Übergreifen der Flammen verhinderte. Der Kollege von Carsten Bauck glaubt, dass der Hofladen schon bald wieder öffnen kann. „Unsere Ware wird es in zehn Tagen wieder geben“, sagt Arndt. Da mit der niedergebrannten Schlachterei ein großer Bereich der Fleischmanufaktur betroffen ist, sollen die Tiere vom Bauckhof künftig zweimal wöchentlich zu einer Schlachterei nach Nienburg gefahren werden. „Ich gehe davon aus, dass wir in drei Wochen wieder am Start sind.“

30 Mitarbeiter zählt der Betrieb in Klein Süstedt, zwölf davon haben in der Schlachterei gearbeitet, die sich nun um ihren Arbeitsplatz sorgen, weiß Arndt. Aber der Biohof will wieder eine eigene Schlachterei aufbauen: „Wir sind guter Dinge, dass wir unser Team erhalten können.“

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